Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 7 (23.10.1912)
- Date
- 1912-10-23
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Jüdische Student 233 Kritiken als einen Beitrag zur Psychologie des jüdischen Wesens mit Vergnügen rubrizieren und respektieren werde. Und jetzt die Themen: . . A. Archiv für das Studium der Judenfrage L Titel; Der Titel ist bewußt, akademisch gewählt, um von vornherein ein gewisses hohes Niveau des Publikums und der Leistungen anzudeuten, auf gewisse Voraussetzungen hinzuweisen, die sich auf die Aufnahmefähigkeit erstrecken. Diese Zeitschrift soll ein auf wissenschaftlicher Basis stehendes Organ aller derjenigen werden und bleiben, denen die Judenfrage ein Erlebnis, mindestens aber ein diskutables und zwar hemmendes oder befreiendes, dauerndes oder momentanes Element ihres eigenen Lebens oder der Welt ist. Es soll, den Außenstehenden und den Selbstbetroffenen, innerlich Beteiligten Gelegenheit geben, zur Judenfrage sich zu äußern und Stellung zu nehmen, sich zu orientieren und Kenntnisse sowie Erkenntnisse zu sammeln, . Probleme aufzurollen und die weitere Oeffentlichkeit fortwirkend zur Betrachtung und Diskussion anzuregen, und schließlich Wege zur Lösung zu zeigen, mögen es die alten, längst beschrittenen sein, oder neue, wie sie sich aus dem Bewußtsein des Einzelnen oder der Konstellation des Lebens oder der seelischen Disposition des Volkes und der Zeit ergeben. .Ich interpretiere zur Abgrenzung gegen etwaige Mißverstandnisse die einzelnen Worte, hoffe so Ziele und Wege schärfer herauszuarbeiten; bitte zu beachten, daß die neben einander gestellten Worte keine Synonyma sein wollen, nicht des Klangs wegen dastehen, sondern jedes seinen eigentümlichen Begriff, eigenen Inhalt, bewußte Prägung hat, danach bewertet werden will, daß mit der — gewiß auch von anderen nachempfundenen — Absicht durch diese Wortspaltung die Begriffe nuanziert, herausgehoben und unterstrichen werden sollen, und bitte, danach die Polemik einzurichten. Einwände stelle ich selbst zu Schlagworten, wie sie mir in Vorbesprechungen begegneten, sortiert und geordnet da und dort hin zur Verfügung, nehme gelegentlich, aber selten darauf Bezug und Rücksicht. V 1, Archiv: Eine Sammelstätte für alle diejenigen, die in objektiver Methode, Forschung, Darstellung, als suchende oder findende Persönlichkeiten etwas über uns und für uns zu sagen haben; kein Totenmuseum von wertvollen Reliquien oder durch Pietät zum Wert emporgepriesenen Bildern (dies zur Abgrenzung gegen ein zu starkes Historisieren), kein Mosaik von zufälligen Ereignissen unseres Daseins oder gelegentlichen Ausschnitten des Lebens oder einmaligen zerstreuten Ausstrahlungen des Judentums, sojidern eine am Leben sich orientierende, mit ihm