Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 7 (23.10.1912)
- Date
- 1912-10-23
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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232 Der Judische Student Die Organisierung der Arbeit an der Judenfrage Von Dr. Alfred W o l f f (B. A.H.), Berlin Ich gebe eine Anzahl Vorschläge zu dem Thema, wie man die auf die Judenfrage bezugliche Arbeit organisieren kann und muß, begründe im einzelnen nachher die Notwendigkeit, die aus einer subjektiven Ueberzeugung ins objektive Bewußtsein zu erheben, Sache der Bundesbrüder, abschließend des Kartelltags sein wird. Zur Psychologie der Entstehung dieser Skizze und als Legitimation bemerke ich, daß die Vorschläge zusammengewachsen sind aus ähnlich gerichteten Plänen, die Freunde von mir für wirtschaftliche Gebiete inszenieren, aus persönlichen Studieninteressen, aus der Erkenntnis, die ich auf vielen Gebieten gewonnen und erprobt habe, wie stark Leben und Wissenschaft zusammenklingen, die Wissenschaft das Leben zu beeinflussen, umzuformen imstande ist, und nicht zuletzt aus dem Willen, für das Judentum Dinge zu schaffen, deren Nützlichkeit, Möglichkeit, Notwendigkeit ich erkannt habe, auch anderen plausibel machen möchte. Ich bemerke zur Abgrenzung gegen Einwürfe, deren Berechtigung^ich nicht verkenne, die ich wünsche, daß ich hier nur Skizzen gebe, nicht etwa Rohmaterial und Konzept, sondern Extrakt aus dem überreichen Material, das ich stofflich und methodologisch in seiner Isolierung und in seinen Parallelen für dieses Thema habe, und das ich absichtlich hier beschränke, einmal um nicht vom Wesentlichen abzulenken, und dann, weil die Fülle des Stoffs nur in einer ausführlichen Denkschrift Grundlagen und Details zugleich bieten könnte. Ich bemerke weiter von vornherein, daß die Anregungen,' die den B.J.C. direkt angehen und vor dem Kartelltag sich hoffentlich zu Anträgen verdichten werden, mitunter anmerkungsweise gegeben sind; das ist keine Mißachtung, sondern geschieht aus technischen Gründen und damit diese Anregungen losgelöster, selbständiger dastehen, leichter von den Bundesbrüdern aufgenommen werden können. Ich bemerke drittens, daß aus der quantitativen Ungleichmäßigkeit, mit der einzelne Abschnitte geringer oder ausführlicher als andere behandelt sind, nicht auf geringere oder größere Bewertung der betreffenden Rubrik geschlossen werden •darf, sondern einfach darauf, daß die Durchführung des Teilobjekts mir zu selbstverständlich erscheint, andererseits nur durch einen detaillierten Plan erläutert werden kann, den ich liegen habe, aber erst später gebe. Soviel, um mich gegen allerlei Unnötiges zu salvieren; mich gegen Wesentliches zu wehren, wird mir Freude machen; und meine Gegner mögen überzeugt sein, daß ich alle ihre.