Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 5 (20.8.1912)
- Date
- 1912-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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186 Der Jüdische Student Die Chargierten des Semester waren: iur. Hugo C a h n X F.W. iur. Gaston Salomon XX W.F.M. iur. Carl Winter XXX S.W. Der Kommentunterricht lag in den Händen von Bbr. Kohlberg, der zugleich das Fuxmajorat innehatte. Den Tendenz- Unterricht erteilten Arthur C a h n und Gaston Salomon. Der Vereinsbetrieb war rege. In regelmäßigen Diskussionsabenden haben wir die Probleme des modernen Judentums besprochen und uns über die aktuellen Ereignisse in der jüdischen Welt unterhalten. An Vorträgen stiegen: von Bbr. T i e f e n t h a 1: Das Nationalitätenproblem, von Bbr. G. Salomon: Der Chassidismus. Außerdem hatten wir das Vergnügen, Herrn Dr. H. G. H e y - mann aus Berlin als Gast über „Die Arbeit der zionistischen Weltorganisation" sprechen zu hören. Ferner besuchten wir den Vortrag des Herrn Rojan (A. H. h. c. der Unitas-Wien) über „Die jüdischen Kolonien in Palästina.'- Am 3. Juli hielten wir eine stimmungsvolle Herzlfeier ab. Unsere Füxe haben sich gut entwickelt. Am Schlüsse des Semesters stiegen die Burschen- und Fuxenexamina; mit dem Erfolge sind wir zufrieden. Für die körperliche Ausbildung sorgten wir gleichfalls eifrig, hat doch Punkt 3 unseres B. J. C.-Programms im V.J. St. Bonn stets eine besonders liebevolle Pflegstätie gefunden. Beim Fechten auf dem eigenen Fechtboden, beim Bad im Rhein und bei größeren Ausflügen fanden wir uns offiziell zusammen. Auch eine Turnabteilung haben wir gegründet, die im nächsten Winter ihre Arbeit aufnehmen wird. Unsere rheinische Universität ist geselligen Unternehmungen besonders günstig. Da gibt es die Rheinfahrten auf Dampfer und Motorboot, da sind die prächtigen Höhen des nahen Siebengebirges, der Eifel, des Westerwaldes, die entzückenden Dörfer am Rheinufer mit den unübertrefflichen Rheinweinbowlen. Es ist bekannt, daß zahlreiche Bundesbrüder, die in das Alter der Examensbowle kommen, das Rheinland aufsuchen Der Glanzpunkt des Semesters war unser drittes Stiftungsfest. All das Schöne, das wir sonst vereinzelt haben, haben wir noch einmal in harmonischer Vereinigung genossen. Als es am schönsten war, hieß es Abschiednehmen. Doch alle Bundesbrüder, die für das folgende Semester Bonn verlassen, wissen, daß sie uns bald wieder besuchen werden: Weihnachten, zum Kartelltag! Den Bundesbrüdern im Kartell aber sowie den jungen« Studenten rufen wir zu: Kommt zu uns nach Bonn!