Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 5 (20.8.1912)
- Date
- 1912-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 49)
- Language
- German
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Der Jüdische Student 187 Personalia: A. H. wurden: Die I. A. B. I. A. B. A. Eisberg und Paul Stiel. Inaktiviert wurden Arthur C a h n und Emil Meyer. In den B. C. rezipiert wurde Winter. Das juristische Staatsexamen bestanden G i d i o n (Ma) und Stiel, ersterer mit gut. Das med. Staatsexamen bestand A. H. Eugen S a 1 o m o n. Derselbe (früher Marburger A. H.) wurde zum Bonner A. H. ernannt. 31. Juli Hugo Cahn X * * Verein Jüdischer Studenten an der Universität Heidelberg Farben: Gelb-blau-weiß Kneipe: Ingrimmstr. 16. Briefablage: Cafe Odeon Das erste Heidelberger Sommersemester liegt nun beschlossen hinter uns und mit einem Gefühl der inneren Befriedigung fahren wir in die Ferien, denn wir können auf unser Semester stolz sein. Wer Heidelberg kennt, diese herrliche Stadt mit ihrem famosen freien Studentenleben, der weiß, daß diese Universität wie geschaffen ist für einen blühenden V.J. St. Harmonisch läßt sich hier heiterer Studentensinn mit intensiver jüdischer Arbeit verbinden und ein geradezu ideales bundesbrüderliches Verhältnis erscheint a!s eine Selbstverständlichkeit; denn wie sollte auch in unseren Reihen eine Zwistigkeit aufkommen, wo jeder einzelne im anderen nicht nur einen Bundesbruder, sondern einen wahren Freund sah, auf den er sich verlassen kann! Mit einer Korona von insgesamt 17 Bbr. eröffneten wir das Semester, das zweite unserer Korporation. Unseie Erfolge in der Keilarbeit sind ja bekannt und bisher im B.J. C. noch unerreicht. 23 erstsemestrige Füxe konnten wir in den A.C. aufnehmen. Und nun bestand unsere Hauptaufgabe natürlich darin, unsere Jungens zu guten V J. St.-ern zu machen. Mit welcher Liebe und Hingebung jeder einzelne an dieser hohen Aufgabe mitgearbeitet hat, brauche ich nicht hervorzuheben. Jede freie Stunde des Tages wurde den Füxen gewidmet. Und einen kleinen Beweis dafür, daß wir einen fruchtbaren Boden für unsere Arbeit gefunden, lieferten unsere Fuxenexamina, die zu unserer größten Zufriedenheit ausfielen. Neben der geistigen Arbeit — und hier suchten wir wirklich etwas Positives zu leisten — kam auch das Vergnügen zu seinem Recht. Ausflüge und größere Touren, fidele Kneipen, Exbummei und Bowlenkneipen, Bootfahrten zur Schloßbeleuchtung, Picknicks im Walde, Wagenfahrten brachten Leben in den äußeren Vereinsbetrieb, verschafften uns manch fröhliche Stunde und festigten den schon bestehenden engen Konnex der einzelnen Bundesbrüder. Für die körperliche Ausbildung sorgten unsere Turn-, Ruder-, Schwimm- und Tennisriegen, und zu unserer größten Freude konnten wir einen großen trfolg dieser Bestrebungen konstatieren: Bbr. Hochschild, den wir als Wetturner für den Fünfkampf zum akademischen Turn- und Sportfest nach