Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 5 (20.8.1912)
- Date
- 1912-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 47)
- Language
- German
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Der Jüdische Student 185 unseres A. H. Curt Blumenfeld über „Das Problem des Nationaljudentums" hervorgehoben sei. Regelmäßige Preßreferate boten Gelegenheit zur Erörterung aller jüdischen Tagesereignisse. Im Juni hielt A. H. Dr. Martin Rosenblüth einen Kurs über die jüdische Arbeit in Palästina; an die Referate der Aktiven schloß sich eine interessante Besprechung aller auf Palästina gerichteten jüdischen Bestrebungen. Neben unserer eifrigen jüdischen Arbeit kam das studentischkorporative Leben keineswegs zu kurz. Fröhliche Kneipen, Bowlenabende, Exbummel und Ausflüge in die nähere und entferntere Umgebung schufen eine gemütliche Stimmung und bewirkten einen engen Zusammenschluß der Bundesbrüder. Auch machten wir mehrere Ausflüge, Dampferfahrten und mehrtägige Touren in die Umgegend von Berlin. Von geselligen Veranstaltungen sind der Antrittskommers der B.J.C. Berlin, auf dem wir das Präsidium führten, und ein Motorboot-Ausflug mit Damen besonders hervorzuheben. Dieser Motorboot-Ausflug verlief zur Zufriedenheit aller Teilnehmer. Wir fuhren an einem Nachmittag bei schönstem Wetter die Spree aufwärts nach einem zwischen großen alten Bäumen gelegenen Gartenlokal, dort verbrachten wir Nachmittag und Abend mit Tanz und Spiel. — Tägliches Fechten, regelmäßiges Turnen und Schwimmen sorgten für eine stramme körperliche Ausbildung. Ein Teil der Bundesbrüder betätigte sich eifrig in unserer Ruder-Abteilung, deren Bedeutung für die Stählung des Körpers und für die Erziehung zur Kameradschaftlichkeit nicht hoch genug bewertet werden kann. Der Erfolg dieses Semesters berechtigt zu den besten Hoffnungen für das kommende Wintersemester. Personalia: Ihr Referendarexamen bestanden i. a. B. O o 1 d e m a n n, G i d i o n (mit „Gut") und Hurwitz. Goldemann und G i d i o n wurden A.H. 31. Juii Ludwig Davidsohn X * * Verein Jüdischer Studenten an der Universität Bann Farben: Gelb-blau-weiß Kneipe: Kasernenstr. 19. Briefablage: Wilhelmstr. 50 Wir eröffneten unser 6. Semester mit einer Aktivitas von 9 Burschen und 6 Inaktiven. Dazu kamen als Resultat der Keilarbeit 4 krasse Füxe. Die Namen unserer krassen Füxe sind: med. Max Markus aus Rees a. Nieder-Rh., iur. Julius Simon aus Altenkirchen (W.), med. Sally Weiß aus Flamersheim, iur. et rer. cam. Adolf Heymann aus. Düsseldorf. Unsere Korona hatte sich einer häufigen Verstärkung durch unsere Alten Herren aus den Rheinlanden zu erfreuen.