Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 5 (20.8.1912)
- Date
- 1912-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 18 t sie bei uns Aelteren Rat und Hülfe finden. So haben wir für unsere berufliche, allgemein menschliche und jüdische Ausbildung gesorgt; für die letztere insbesondere dadurch, daß wir mit unseren Füxen die grundlegenden Schriften der modernen Judenfrage lasen und besprachen. Diese gemeinsame ernste Tätigkeit hatte zur Folge, daß unser Vereinsleben im Zeichen engen Zusammenschlusses und persönlicher Freundschaft stand. Wir fanden eine erfolgreiche Unterstützung bei unseren Alten Herren, die am 17. April d. J. einen Alt-Herren-Bund gründeten. Das lebendige korporative Empfinden unserer Alten Herren, mit denen wir alle drei bis vier Wochen offiziell zusammenkommen, hat auf das Vereinsleben großen Einfluß; die bei ihnen verbrachten Abende behalten wir alle in angenehmster Erinnerung. Die Aussichten des V.J. St. Charlottenburg für das kommende Semester sind gut. Personalia: Unser Fux Alexander Mayer hat sein Fuxenexamen mit gut bestanden. — Von unseren Bundesbrüdern befindet sich während der Ferien Lehmann in Hameln, Diamanth in Nürnberg, Istecescn in New-Castle (Irland), sämtlich zur Ausübung von praktischer Arbeit. 31. Juli Marcel Diamanth X Verein Jüdischer Studenten an der Universität Freiburg Farben: Gelb-blauweiß Kneipe: „Augustiner", Karthäuserstr. Briefablage: Wiener Cafe, Karlsplatz Wir eröffneten das Sommersemester 1912 Mitte April mit einer Aktivitas von 12 aktiven Burschen und 4 zweitsemestrigen Füxen. Unsere alsbald einsetzende Keiltätigkeit hatte gute Erfolge, und bis zu der Anfang Mai veranstalteten Antrittskneipe, die in Anwesenheit zahlreicher Alter Herren und Bundesbrüder aus den benachbarten K. V. Heidelberg und Straßburg, sowie von Vertretern sämtlicher jüdischen Organisationen Freiburgs stattfand und sehr schön verlief, konnten wir die Aktivmeldungen von 20 erstsemestrigen Füxen genehmigen. So hatten wir also reichliches Material zu jüdischer wie korporativer Arbeit. Neben den Fuxenstunden fanden zur Ausbildung unserer Füxe Preßreferate statt, die uns mit den jüngsten Ereignissen in der jüdischen Welt bekanntmachten. Ferner hatten wir wöchentliche Diskussionsabende, auf denen ein Fux über ein ihm bestimmtes Thema referierte und dann die Füxe unter Leitung des Fuxmajors debattierten. Außerdem stiegen im Laufe des Semesters folgende Vorträge: Bbr. L i p s c h i t z : Nationaljudentum und Individualitätsproblem; Bbr. Markiewitz: Die jüdischen Organisationen;