Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 5 (20.8.1912)
- Date
- 1912-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Der Jüdische Student Zu Beginn des Semesters feierten wir durch einen großen mit unserer 25. Semesterantrittskneipe verbundenen Kommers die Einweihung unserer neuen Wohnung. Es waren hierzu eine Anzahl Herren aus den jüdischen Kreisen der Stadt sowie Vertreter der größeren jüdischen Organisationen erschienen. Die Veranstaltung nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Ebenso befriedigte uns ein Ende Juni abgenaltener the dansant, der in unseren eigenen, behaglich eingerichteten Kneip- und Klubräumen unter Beteiligung einer größeren Anzahl von Damen stattfand. Im Anschluß daran machten wir eine Woche später eine Landpartie nach Feldafing, die ebenfalls aufs schönste verlief. Zu Ende des Semesters stiegen unsere Burschen- und Fuxenexamina, deren Ausgang den Beweis ablegte, daß unsere Füxe trotz der vielen Freuden des Studentenlebens und der fachwissenschaftlichen Betätigung während des Semesters in ihrer jüdischen Arbeit nicht zu kurz gekommen sind. Ein schönes Semester liegt hinter uns, reich an Arbeit, reich aber auch an vielen schönen Stunden studentischer Fröhlichkeit. Hoffen wir, daß diesem schönen Sommersemester ein ebenso schönes wie erfolgreiches Wintersemester folgen werde! Personalia: La B. Karl Hirsch bestand das zahnärztliche Staatsexamen, A. H. Ichenhäuser das Jurist. Doktorexamen. A. H. Fritz T r y f u s hat sich in Heidelberg als Zahnarzt niedergelassen, A. H. Dr. Goldscheider als Rechtsanwalt in München. — Der B. C. inaktivierte Bbr. Melamerson. — Die Füxe Katzenstein, Kugelmann, Israel, Peltesohn, Riesenfeld, Sommer, Zeckendorf wurden in den B. C. recipiert. 31. Juli Paul Sulzberger X * * * Verein Jüd. Stud. a. d. Kgl. Technischen Hochschule zu Berlin Farben: Gelb-hellblau-weiß Kneipe u. Brief abla ge: Charlottenburg2, Schlüterstr. 4». Tel. Amt Ch. 942. Ein arbeitsreiches Semester (unser 22.) wurde am 17. Juli durch den Schlußkonvent, an dem auch der größte Teil unserer Alten Herren teilnahm, beendet. Arbeitsreich gestaltete sich das Semester sowohl im Vereinsleben wie auch im Studium; in beide haben wir wohl das richtige Maß getroffen. Das ist bei uns um so wichtiger, als gerade an unsere Füxe das Studium große Ansprüche stellt. So ist die Gefahr vorhanden, daß der meist technisch-wissenschaftlich interessierte junge Student einseitig wird, alles Interesse für außerhalb seines Berufskreises liegende Dinge verliert, und wenig Zeit findet für die Ausbildung seiner Persönlichkeit. Dies wäre aber ein Fehler. Einen weiteren Gesichtskreis gewinnen unsere Füxe im Zusammensein mit anderen Bundesbrüdern, während in fachlichen Angelegenheiten