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Der jüdische Student · 1912-08-20 · Heft 5 (20.8.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 5 (20.8.1912)
Date
1912-08-20
Page
[Seite] (sequence 44)
Language
German
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182 Der Jüdische Student Bbr. May: Der Kulturzionismus Achad Haams; Bbr. Ichenhäuser: Rasse, Nation, Nationalität. Neben der Tendenzausbildung vernachlässigten wir weder die körperliche, für die das offizielle Fechten und offizielles Schwimmen sowie gemeinsame Ausflüge sorgten, noch ließen wir das gesellige Moment außer acht. Unsere Kneipen, teils mit Bier, zum größten Teil aber mit Bowle (man trinkt wohl nirgends so viel Bowle, und gute Bowle, wie hier), auf unserem offiziellen Lokal, oder auf dem Dattier oder Lorettoberg, werden uns allen in feucht-fröhlicher Erinnerung bleiben. Unser Sommerfest feierten wir zur Zufriedenheit aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 1. Juli in der Kyburg. Ein wunderschönes Semester ist zu Ende gegangen; die Fuxenexamina, die zum Schluß stattfanden, fielen zu unserer Zufriedenheit aus. Eine schöne Schlußkneipe hat das Semester würdig beschlossen. Personalia: Bbr. Kobliner wurde inaktiviert. Bbr. Koran s k i wurde A.H Die Bbr. Buki, R. Levy, Petzall bestanden ihr Bursehenexamen und wurden rezipiert. 31. Juli Heinz Bieber x * * Verein Jüdischer Studenten an der Universität Straßburg Farben: Blau-weiß-gelb Kneipe: Restaur. Elsasser, Manteuff elstr. Briefablage: Cafe Hof mann, Brogliepl. Wir eröffneten unser 22. Semester mit einer ansehnlichen Korona; der Antrittskonvent besetzte die Chargen wie folgt : med. Willy M ey e r X, XX F. M. med. Julius Fröhlich XXX S. W, F. W. Aus der Tatsache, daß im Sommer nur sehr wenige jüdische Studenten in Straßburg weilen, erklärt sich, daß wir nur durch zwei krasse Füxe Zuwachs erhielten: med. M. Gurewitsch aus Riga, iur. Sally W e i 11 aus Straßburg. Zu unserer schön verlaufenen Semesterantrittskneipe erschien eine große Anzahl von Bundesbrüdern aus F r e i b u r g und Heidelberg. Für die jüdische Ausbildung der Bundesbrüder sorgte u. a. ein Kurs, in dem Zollschans Werk: „Das Rassenproblem" besprochen wurde. Auch einige Preßreferate fanden statt. Schöne Kneipen, oft in den Vororten Straßburgs, und sonntägliche Ausflüge in die benachbarten Vogesen ließen eine echtstudentische Fröhlichkeit und Geselligkeit entstehen. Täglich wurde gefochten und mehrere Mal in der Woche geturnt, so eifrig, daß wir am Schlüsse unsere inaktiven Burschen und Alten Herren durch ein Schauturnen erfreuen konnten, das zu aller Zufriedenheit verlief. Wir nehmen von einem schönen Semester Abschied.

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