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Der jüdische Student · 1912-08-20 · Heft 5 (20.8.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 5 (20.8.1912)
Date
1912-08-20
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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170 Der Jüdische Student Semesterbericht des Präsidiums Der B. J. C. kann auf das abgelaufene Semester mit Befriedigung zurückblicken. Die Berichte unserer Kartellkorporationen zeigen im einzelnen, wie auch in einem kurzen Sommersemester Zeit genug ist, den jungen V.J.St.-ern eine ausreichende korporative und jüdische Erziehung angedeihen zu lassen, wenn auch naturgemäß das Schwergewicht der Ausbildung auf das Wintersemester entfällt. Sie erweisen aber ferner, wie sich innerhalb unserer Korporationen ein kameradschaftlicher Zusammenschluß vollzogen hat, der die Grundbedingung einer wirklich erfolgreichen Arbeit und ein wesentliches Moment ist, das der junge Student in der Korporation sucht. Was dem B. J. C. insgesamt besonderen Anlaß gibt, mit dem verflossenen Semester zufrieden zu sein, ist die starke Verme hrung seiner Mitgliederzahl. Dank der hingebenden und aufopfernden Arbeit der jüngeren Bundesbrüder, dank aber auch der eifrigen Unterstützung der Bezirksverbände haben unsere diesmaligen Keilerfolge die Ergebnisse früherer Semester und unsere eigenen Erwartungen übertroffen. Mit 111 Aktivmeldungen (neben 6 offiziellen Verkehrsgästen) in seinen zehn Korporationen steht der B. J.C. an der Spitze der jüdischen Studentenverbände in Deutschland. Es ist der straffen Organisierung zuzuschreiben, daß unsere Keilarbeit bereits drei Wochen nach Semesterbeginn, Mitte Mai, im großen und ganzen abgeschlossen war. Erfreulich an dem diesmaligen Ergebnis ist insbesondere^ aß unsere jüngste Korporation, der V. J. St. H e i d e 1 b e r g, im zweiten Semester ihres Bestehens die meisten Aktivmeldungen (23 außer 2 O. V. G.¬ Verhältnissen) aufzuweisen hat. Dadurch hat der V. J. St. F r e i b u r g, der bisher den Ruhm für sich in Anspruch nahm, im Sommersemester dem B. J. C. die meisten Füxe zuzuführen, eine erfreuliche Konkurrenz erhalten. — Eindrucksvoller als alles andere beweisen die Zahlen, welche Werbekraft unsere Bestrebungen auf die jüdischen Akademiker ausüben. Wir dürfen sagen, daß die im B. J. C. organisierten jüdischen Akademiker moralisch und numerisch eine Macht im deutschen Judentum darstellen. Die starke Vermehrung unserer Mitgliederzahl machte uns eine sorgsame Pflege des Fuxenunterrichts zur Pflicht. Um wirklich geeignete Leiter des wissenschaftlichen (Tendenz)-Fuxenunterrichts heranzubilden, wird das Präsidium in Berlin einen vierwöchentlichen Ausbildungskurs für Fuxmajore veranstalten, an dem auch andere Bundesbrüder teilnehmen dürfen. Zur Leitung der einzelnen Kurse haben sich die A.H. Dr. Theodor Z 1 o c i s t i-, Kurt Blumenfeld und Dr. Martin Rosenblüth bereit erklärt. Der Ausbildungskurs wird im Wintersemester stattfinden. — Indessen wurden in Ausführung eines früheren Kartelltagsbeschlusses von einer vom letzten Kartelltag in Permanenz erklärten Kommission geeignete Themen für Burschenarbeiten zusammengestellt und im Jüdischen Studenten veröffentlicht. In organisatorischer Beziehung sei erwähnt, daß sich die A.H. des V.J. St. S t r a ß b u r g zu einem Alt-Herren-Bund zusammengetan haben.

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