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Der jüdische Student · 1912-08-20 · Heft 5 (20.8.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 5 (20.8.1912)
Date
1912-08-20
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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146 Der Jüdische Student Die jüdische Korporation, als deren Prototyp der V. J. St. erscheint, ist die einzige Organisation im Judentum, die, wie ein Volk in vollkommener Gestalt d. i. ein Staat, ihre Mitglieder völlig in sich aufnimmt. Sie ist deshalb als ein Höhepunkt des jüdischen Lebens der Gegenwart anzusehen. Sie ist, weil sie national ist, nicht auf Zeit gegründet und auch nicht parteimäßig an die Gegenwart gebunden, sondern ihre Aufgabe ist auf die unendliche Zukunft gerichtet, ist ewig, wie sie will, daß das jüdische Volk sei. — Völker in normaler Lage können sich viele Indifferente leisten, ohne Schaden an ihrem nationalen Leben zu nehmen. Sie sind befriedet und fest gefügt. Anders das jüdische Volk in seiner verzweifelten Situation; hier gestoßen und getreten, dort zerbröckelnd, ^enn wir wollen, ist die Gefahr vorbei. Aber alle müssen wollen; jeder Einzelne. — Heute trägt jeder Jude die volle Verantwortung für die Zukunft seines Volkes. Turnen und Sport im B.J.C. Von Dr. Albert B a e r (V. J. St. Straßburg A. H. Berlin Die jungjüdische Bewegung hat sich einen stolzen Namen gegeben: „Jüdische Renaissance". Sie ist oder will sein und erstreben die Wiederbelebung aller Kräfte, die im Judentum wirksam waren, aber durch die äußere Not des Ghetto und die innere der Assimilation verloren gingen. In den achtziger und neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erwuchs das Ideal eines neuen Juden, den Vorkämpfern der jungjüdischen Bewegung öffneten sich die Augen für das traurige Bild der Gegenwart; es kam ihnen die ganze seelische und körperliche Not des Juden zum Bewußtsein. Sie sahen, wie der Mangel an Luft und Licht in den Ghettos Osteuropas die jüdische Rasse zu degenerieren drohte und wie die Assimilation, das Hin- und

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