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Der jüdische Student · 1912-08-20 · Heft 5 (20.8.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 5 (20.8.1912)
Date
1912-08-20
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Der Jüdische Student 145 von Juden nötig sei, um die Gefahren der Vereinzelung zu bekämpfen. Sie schufen mit den B. J. C.-Korporationen eine neue Form jüdischen Lebens. Die jüdische Korporation hat eine Verminderung des Einflusses der äußeren Welt und positiv durch das ständige Aufeinanderwirken jüdischer Kräfte eine Verstärkung der jüdischen Disposition zur Folge. Sie immunisiert geradezu den Einzelnen in einem erstaunlichen Maße gegen die Art der anderen, wie sich zeigt, wenn er wieder einmal Atom in der Masse der anderen ist. Die Korporationen im B. J. C, die Vereine Jüdischer Studenten wollen über die bewußte und gewollte Stärkung^der jüdischen Disposition hinaus durch ihre Erziehungsarbeit eine Wensteigerung des jüdischen Typs. Der moralische Status der Juden zur Zeit da sie das Ghetto verließen, war sehr niedrig. Daran ist nichts wunderbar, als daß er nicht noch unendlich viel niedriger war: der Rechtlose ist kein Edelmann. Manches hat sich seitdem gebessert. Wir wissen aber sehr gut, wie viel noch an der moralisch-geistigen Persönlichkeit des Juden der Gegenwart zu arbeiten ist. Diese Arbeit zu leisten, ist Aufgabe des B. J. C. Er will unserem Volke eine neue Aristokratie erziehen. Eine Gruppe von Männern, die fähig und würdig sind, die Ersten der Nation zu sein. Einen moralischen Adel, der mit tiefem Ernst die ganze Fülle seiner Aufgaben erfaßt hat. Das Resultat dieser Erziehung ist etwas durchaus Jüdisches: ein neuer und höherer jüdischer Typ. Alles andere sind nur Konsequenzen. Es ist klar, daß bei der heutigen Lage aus dem Optimatentum die Forderung höchster Anspannung aller Fähigkeiten im Dienste des jüdischen Volkes mit zwingender Kraft folgt. Diesem großen Ziele hat die jüdische Korporation zu dienen; dem ordnet sich alles unter. Es gibt im B. j. C. keine Zweiheit von jüdischer Tendenz und korporativer Form. Diese erhält ihren Sinn ausschließlich durch jene. Es geschieht, es ist nichts in ihr, was nicht mit unseren jüdischen Zwecken in engstem Zusammenhang steht; denn sonst wäre es wertlos. Jeder V. J. St. ist als Träger unseres Erziehungsideals ein starker Ausdruck des jüdischen Gedankens und darum auch bei aller Einheitlichkeit des B. J. C. nach innen und außen durchaus selbständig.

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