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Der jüdische Student · 1912-07-26 · Heft 4 (26.7.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 4 (26.7.1912)
Date
1912-07-26
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Mit dem Rucksack durch Palästina Von Hermann L e 1 e v e r (V. J. St. Berlin) ß: }■ eine Utopie wird vielen der Vorschlag erscheinen, den ich heute der B. J. C.-Oeffentlichkeit übergebe. In den Ferienmonaten des kommenden Wintersemesters, im März und April des nächsten Jahres also, soll eine Gruppe von B.J. C.-ern — etwa zwanzig — nach Art einer Schwarzwaldtour mit den möglichst geringsten Anforderungen in Bezug auf Lebensunterhalt und Lebensführung Palästina durchwandern, um sich das jüdische Land und jüdische Leben anzusehen. Im ersten Augenblick werden viele diesen Plan unausführbar nennen. Denn -Palästina liegt uns trotz der schönsten detailliertesten geographischen Kenntnisse, trotz allen Betonens der Sehnsucht dorthin noch immer sehr fern. Eine Reise nach Palästina unter diesen Umständen scheint daher für uns zunächst so außerhalb des Bereiches der Möglichkeit und Durchführbarkeit zu liegen, daß wir geneigt sind, einen solchen Plan als Phantasieprodukt abzutun. Und doch sind die Schwierigkeiten, die sich der Durchführung dieses Vorschlages in den Weg stellen, bei genügender Einsicht in die Vorteile einer solchen Reise und bei genügendem Idealismus, durchaus, überwindbar. Die größten Schwierigkeiten liegen auf materiellem Gebiete, Aber in dieser Beziehung wird von jedem Teilnehmer nicht allzu viel verlangt werden. 300 M. ist die Mindestsumme, die jeder Bundesbruder aufbringen muß. Diese Summe genügt allerdings nur dann, wenn der Charakter der ganzen Reise als einer Gruppenfahrt und Wanderung nach Art einer Pfingsttour in den Bergen Deutschlands gewahrt wird. Daß sehr viele Bundesbrüder, alle diejenigen z. B., die von Straßburg, Freiburg, Heidelberg und München Pfingstreisen zu machen pflegen, diese Summe mit Leichtigkeit aufbringen können, erscheint mir sicher. Sollte der Widerstand mancher Eltern so stark sein, daß nur ein Teil der geforderten Summe von ihnen zu erhalten ist, dann möge ein jeder K.V., der es sich zur Ehrenpflicht machen muß, mindestens zwei seiner Leute an dieser Palästinafahrt teilnehmen zu lassen, nach dem Muster des V.J. St. Berlin einen Palästinafonds gründen, dessen Mittel den Bundesbrüdern die noch fehlende Unterstützung darbieten sollen.

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