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Der jüdische Student · 1912-06-24 · Heft 3 (24.6.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 3 (24.6.1912)
Date
1912-06-24
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Der jüdische Student Trachten Sie lieber, Einfluß zu gewinnen auf ein Berliner Tagesjournal. Vielleicht befinden sich unter den dortigen Ziorisfreunden Besitzer von Aktien einer Verlagsgesellschaft. Man müßte der Zeitung darum nicht gleich ein zionistisches Gepräge geben, ja bei der feigen Scheu (leider der meisten Juden) vor dem Zionismus wäre es sogar viel intelligenter, die Sache ganz harmlos zu insinuiren. Ich habe schon viel von Ihrer agitatorischen Tüchtigkeit gehört und darum besonders bedauert, daß Sie sich nicht näherten. Wenn ich mir nun eine richtige Vorstellung von Ihnen mache, so werden Sie meine Andeutung verstehen und ausgestalten. Vielleicht setzen Sie sich mit Dr. Meyer-Cohn und Dr. Hirsch Hildesheimer zu dem Zweck in Verbindung, in Berlin ein nach außen als solches nicht erkennbares Organ des Zionismus zu acquiriren. Ich kann Ihnen sagen, daß ich daran arbeite, auch anderswo etwas Aehnliches ins Werk zu setzen. Der Zionismus war bisher stumm. Wir müssen ihm die Zunge lösen. Das ist die nächste Aufgabe. Wenn die erfüllt ist, wird alles leichter, ja von selbst gehen. Das ist meine Ansicht. Mit Zionsgruß Ihr ergebener Man vergaß seiner nicht mehr leicht, war man ihm einmal irgendwo begegnet. Exotisch-bedeutsam, etwa wie ein Scheik der Beduinen, erschien er von Anbeginn, da er damals, wie die ganze Begabung jener Zeit in der Studentenschaft, ein Deutschnationaier, im „Cafe Aula" ---- seligen Angedenkens und ganz nahe der alten Universität — sich bewegte. Es waren erregte Tage. Sie brachten uns Ereignisse, an denen die jungen Gemüter sich tüchtig erhitzten, die leiden- *) Dieser Nachruf erschien in der Wiener Wochenschrift „Die Zeit" vom r.Ju!i 1904. Er ist von keinem Zionisten geschrieben und wird dem Zionismus nicht gerecht; trotzdem drucke ich ihn ab, weil er eine Reihe feiner und treffender Bemerkungen über Herzl enthält und weil David für Herzls Größe und Eigenart empfand und diese Empfindung zu vermitteln versteht. . ec. Th. Herzl Ein Nachruf auf Theodor Herz! *) Von J. J. David

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