Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 3 (24.6.1912)
- Date
- 1912-06-24
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3537599-3537600-3537603--2375-3540466- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Jüdische Student 79 Ankauf und Vertrieb landwirtschaftlicher Maschinen, industriellen Unternehmungen, Bodenankauf, Kolonisation $l ähnl. dienen sollte. Als Anfangskapital sollten 200 000 Afaik aufgebracht werden. Im Auftrage von Bambus habe ich afs Schriftführer von Jung-lsracl Herzl die Vorschläge unterbreitet. Wie Herz! sie aufnahm, zeigt der nachfolgende Brief. Kkn fehlte,, wie er deutlich zeigt, der Sinn für die Kleinarbeit oiiicht. Aber die erste Aufgabe war ihm die Aufrüttelung der Masse, die Agitation.- Darum konnte ihm das Blättchen 7Jony das .Heinrich Loe w e unter Opfern herausgab, nicht imponieren, seifest nachdem wir eine Vereinigung mit den von Paperin herausgegebenen französischen Kaditnah „schon so gut wie beschlossen hatten". Er drängle an die Oeffentlichkeit heran und hat in monatelanger Arbeit versucht, Dr. Heinrich Meyer-Cohn für ein Tageblatt zu gewinnen, das den allgemeinen Interessen dienend zugleich die jüdischen Fragen mannhaft und stolz behandelte. Dieses Blatt ist nie erschienen. Mit den Großen in Israel war nichts zu beginnen. Das lernte Herzl schnell. Und er ging zum Volke. * * * * Neue Freie Presse Redaktion: Wien, Kolowrätring, Fichtegasse Nr. 11 26. I. 97. Sehr geehrter Herr! Herr Dr. Holtzmann hat Sie gut unterrichtet: ich wünsche durchaus eine Verständigung mit den Berliner Zionismen. Es kann sich ja wirklich nur um einen Unterschied von Nuancen handeln. Ich glaube, auf dem allgemeinen Ziouuistentag, den ich für den nächstenSommer plane, werden wir einander näherkommen. Mit den beiden Entwürfen, die Sie mir freundlich mitteilen, kann ich nur einverstanden sein. Insbesondere das Bankprojekt für Palästina scheint mir — wenn die ausführenden Persönlichkeiten die richtigen sind — ein sehr gesundes zu sein. Ich kannte ja die Sache schon seit einiger Ze-iL Aber diese und ähnliche Unternehmungen/ die so schwer auf die Beine zu bringen sind, haben eine Voraussetzung: die Agitation. Zuerst agitieren, dann volkswirtschaftliche Unternehmungen in Palästina ins Leben* rufen — das schiene mir die logische Reihenfolge zu sein. Auch die Mehrsprachigkeit der Monatsschrift Zion ist eine gute Idee. Ich kann Ihnen dabei aber nicht verhehlen, daf3 nach meiner Ansicht eine Monatsschrift für die AgiMion im Großen, ein ganz untaugliches Werkzeug ist.