Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 12 (26.3.1912)
- Date
- 1912-03-26
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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400 Der jüdische Student kommen sind. Schlesien fehlt ganz. Die Bundesbrüder aus dem Bezirk Posen sind beide aus Ostrowo und durch einen Bundesbruder auf uns aufmerksam gemacht worden. Es zeigt das eine völlige Vernachlässigung der Keiltätigkeit in Oberschlesien und Posen, Bezirken, die bei einiger Anstrengung zweifellos sehr ergiebig für uns sein können. III. An einzelnen Veranstaltungen ist zu erwähnen, daß Kolberg, Karlsruhe, Cöln, Frankfurt a. M., Gießen Keilkneipen gehabt haben und daß Hamburg — auch zu Keilzwecken — einen Vortrag von Emil Cohn veranstaltet hat. Während die Kolberger Kneipe — veranstaltet von den Stettiner Bundesbrüdern — befriedigend verlief und die Gießener noch von Marburg aus veranstaltete Kneipe gut besucht war, fanden die Kneipen in Karlsruhe — veranstaltet von Straßburg —, in Cöln und Frankfurt a. M. nicht die notwendige sorgfältige Vorbereitung, wurden auf ungünstige Zeitpunkte angesetzt und hatten demnach keinen guten Erfolg. In Cöln waren 3 Keilfüxe von 15, in Frankfurt a. M. war 1 Keilfux anwesend. Eine Keilreise wurde dieses Mal nur von Straßburg aus unternommen, offenbar mit gutem Erfolge. Der öffentliche j. St. ist nicht so günstig wie im vorigen Semester beurteilt worden. Großenteils gefiel der Inhalt nicht in gleichem Maße. Dennoch scheint die Wirkung derart gewesen zu sein, daß auch weiterhin das Erscheinen öffentlicher J. St.-en ratsam sein dürfte. IV. An allgemeineren Mißständen, die sich in der Behandlung der Keilarbeit gezeigt haben, seien folgende hervorgehoben : Zunächst macht sich noch vielfach ein bedauerlicher Mangel an Verständnis für die Notwendigkeit wirklicher Anstrengungen auf dem Gebiete der Keilarbeit bemerkbar. Es muß daher nochmals — gerade mit Rücksicht auf das beginnende Semester — mit aller Deutlichkeit ausgesprochen werden, daß in der Behandlung von Keilangelegenheiten von jedem einzelnen Bundesbruder wie von jeder B. J. G-Organisation peinlichste Sorgfalt und wirkliche Hingabe verlangt werden müssen. Im Verkehr mit dem Präsidium hat sich als äußerst störend vielfach eine bedauerliche Ungewandtheit in der [Behandlung