Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 12 (26.3.1912)
- Date
- 1912-03-26
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student 395 mit dem Sitze eines K. V. bezieht, ist sofort dem Präsidium und dem betreffenden K. V. vollständiger Name, Studienfach und genaue Heimatsadresse mitzuteilen, dem betreffenden K. V. außerdem genaue Ankunftszeit. Dem Präsidium' muß auch Meldung erstattet werden, damit es eine Kontrolle ausüben kann und außerdem die Namen an die betreffenden K. V. weitergibt und sie nötigenfalls zum zweiten Male an ihre Pflicht ermahnt. Wo lässige Ferienchargierte am Ruder sind, ist dies vonnöten. Nachdem ordentlich vorgekeilt worden ist, beginnt die Arbeit der Kartellvereine. Hier ist es erst recht notwendig, daß ein Bundesbruder — in der Regel natürlich der erste Chargierte — die Leitung übernimmt. Jetzt heißt es planmäßig vorgehen. Der Leiter hat bereits Keillisten angelegt. Er weist jedem geeigneten Burschen oder Fuxen 2—3 Keilfüxe zu, übergibt jedem ein Heftchen mit den betreffenden Namen. Der Beauftragte hat in dieses Zeit und Ergebnis seines Besuches sowie kurze Charakteristika seiner Keilfüxe einzutragen. Zu einer bestimmten Stunde hat er dem leitenden Bundesbruder täglich Bericht zu erstatten und das Heftchen abzuliefern. Es muß berücksichtigt werden, daß ein Keilfux stets von demselben Bundesbruder besucht werden soll, dem höchstens gelegentlich ein anderer geeigneter Bursch zugeteilt wird. Diejenigen Bundesbrüder, die infolge verschiedener Umstände für das Keilen auf der Universität oder zu Besuchen nicht verwendet werden können, bekommen vom Leiter andere Aufgaben* der Keilarbeit zugeteilt. Es gelte als Grundregel, daß Keilfüxe stets abgeholt werden müssen, selbst wenn sie bestimmt zugesagt haben zu kommen. Im Cafe, ganz besonders auf den Keilkneipen muß rechtzeitig vorgesorgt sein, daß Keilfüxe zwischen keilgewandten Bundesbrüdern sitzen. In den Kartellvereinen und in denjenigeu Städten, in denen eine größere Zahl von Bundesbrüdern wohnt (z. B. in Posen und in Cöln), ist es sehr empfehlenswert, die Keilfüxe auf den Paukboden zu schleppen und sie selbst anzubandagieren. Auch dieses Mittel wird oft seine Wirkung nicht verfehlen. Da, wo viele Füxe zu bearbeiten sind, muß jeden Abend abwechselnd eine offizielle Kneipe oder ein offiziöses Beisammensein in einem Etablissement veranstaltet werden. Nie Und nimmer darf ein Keilfux sich selbst überlassen werden, es muß Sorge des Leiters sein, ihn stets durch einen Bundesbruder zu beschäftigen. Wird so, wie ich es kurz skizziert habe, vorgearbeitet, dann werden die Erfolge nicht ausbleiben. Bald können dann noch andere Städte als Cöln eine beträchtliche Zahl von V. J. St.-ern aufweisen, wo ursprünglich zwei und heute nach einer kurzen Zeit 24 Bundesbrüder wohnen; dann kann auch der Bannkreis äes K. C. gebrochen werden, und unsere Ideen werden in weiten Kreisen Wurzeln schlagen. ' ■■ '