Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 12 (26.3.1912)
- Date
- 1912-03-26
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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394 Der jüdische Student nicht im Uebermaß — zu interessieren» suchen und ihm die Notwendigkeit des Aktivseins in einer bewußt jüdischen Verbindung auseinandersetzen. Besonders ist seinen Angehörigen gegenüber zu betonen, daß das Aktivsein im B.J. C. Lichtseiten habe und' nicht von jenen Schattenseiten wie im K. C. öder in paritätischen Verbindungen begleitet ist. Nach Möglichkeit soll auch dem Keilfuxen diese oder jene jüdische Schrift zum Lesen gegeben werden, zu welchem Zwecke sich jeder eine Bibliothek anlegen muß. In dem empfohlenen persönlichen Verkehr wird man es bald heraushaben, von welcher Seite man an den Keilfuxen heran kann; denn unsere jüdischen Abiturienten wollen „individuell" behandelt sein. Die Keilkneipen müssen wohl vorbereitet sein. In den Städten, in welchen intensiv gekeilt wird, muß ein energischer, gewandter und bewanderter Bundesbruder die Leitung der Keilafbeit übernehmen. Ihm haben alle zu parieren und sich nicht ständig zu beklagen. Dann warne ich, nur bestimmte Klassen von Juden zu keilen oder, wenn man keine Sympathie für einen Keilfuxen empfindet, ihn fallen zu lassen! Dazu haben wir kein Recht. Die Kartellvereine sieben schon von selbst. 2. Zu den Keilkneipen sollen nicht nur die Abiturienten, sondern auch die Ober- und Unterprimaner, womöglich auch Obersekundaner eingeladen werden. Die Gründung von Schüiervereinen ist dringend zu empfehlen. Zuweilen wird es noch möglich und ratsam sein, junge Studiensemester, die noch nicht inkorporiert sind, oder denen es die Freistudentenschaft angetan hat, für uns zu gewinnen. 3. Wir dürfen uns nirgends durch die Tätigkeit anderer Verbände einschüchtern oder gar verdrängen lassen. Selbst in ihre ältesten Stammsitze müssen wir Bresche legen. Auch bei uns gibt es ein Zweifrontensystem: Kampf gegen K. C. und gegen K. Z. V. An manchen Orten hat man ferner mit den paritätischen Verbindungen, zuweilen mit dem A. D. B., und stark mit der Freistudentenschaft, zu rechnen. Der B.J. A. kommt bisher nur vereinzelt in Betracht. 4. In manchen Städten, Provinzen oder Bundesstaaten ist der B. J. C. noch wenig heimisch oder unbekannt. Ihnen müssen wir unser Augenmerk zuwenden, denn oft kommen gerade von dort viele jüdische Abiturienten her. In erster Linie denke ich an Frankfurt a. M., Baden und Bayern. In Hamburg ist es uns endlich gelungen, durch die Keilerfolge in den letzten 2 bis 3 Semestern .wieder Fuß zu fassen, ebenso im Elsaß. Nun zur Zentralisierung der Keilarbeit. Unsere Zentrale ist das Präsidium, in dem ein Ressort für Keilarbeit eingerichtet ist. Sobald man von einem Keilfuxen bestimmt weiß oder ihn so bearbeitet hat, daß er eine Universität