Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 12 (26.3.1912)
- Date
- 1912-03-26
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student 393 welch krassem Gegensatze zu der Bedeutung dqs B.JiC. steh\ aber seine tatsächliche Vermehrungt Im S.S. 1910 und inj W.S. 1910/11 sind in den B.J.C. 80 neue Mitglieder ein- und[ 22 aus ihm wieder ausgetreten, so daß die Reinvermehrung 58 Mitglieder beträgt. Nicht viel besser war es in diesem Jahr. In den beiden letzten Semestern, im S.S. 1911 und im W.S. 1911/12 sind neben 6 O.V G. 88 Mitglieder ein- und 19 ausgetreten, so daß der Zuwachs 69 beträgt. In zwei Jahren vermehrte sich der B. J. C. (außer den O. V. G.) also um 133, im Semester durchschnittlich um 33 Mitglieder. Wie drohend für den Fortbestand des B. J. C. ist es, wenn man sich vergegenwärtigt, daß in drei Jahren — vom S.S. 1907 bis S.S. 1910 —infolge von allerdings unnatürlich vielen Austritten in den Jahren 1907 und 1908, die Zunahme sage und schreibe 56 Mitglieder betrug! So darf es nicht weiter gehen. Wenn wir den B.J.C. lebensfähig erhalten und ihm neue Entwicklungsmöglichkeiten verschaffen wollen, müssen wir ihm genügend frische Kräfte zuführen. Es ist höchste und wichtigste Pflicht jedes V.J.St.-ers, vom Alten Herrn herab bis zum jüngsten Fuxen, für die Zukunft des B. J. C. zu sorgen, d. h. nach Kräften zu keilen. Wer dies verabsäumt, der hat moralisch gekniffen, der hat in jüdischer Beziehung versagt! Damit wir uns erhalten können und jeder K. V. sich selbständig entwickeln kann, müssen k dem B. J. C. jährlich mindestens 100—120 Füxe, also durchschnittlich 10—12 Füxe pro Korporation zugeführt werden, und von diesen müssen 90—110 Füxe jährlich geburscht werden, was auch zu berücksichtigen ist. Daß der Zuwachs mit der Vermehrung an K. V. Schritt halten muß, ist selbstverständlich. Damit wir aber so weit kommen, ist eine straffe Organisation der Keilarbeit erste Bedingung. Zur Organisation ist es erforderlich, daß überall wo möglich die Alten Herren und Inaktiven Bezirksverbände gründen und diese die Keilarbeit übernehmen. Selbstverständlich haben sich alle Aktiven, sobald sie in den Ferien in ihrer Heimat sind, den B. V. zur Verfügung zu stellen. Es muß endlich mit der verkehrten Vorstellung gebrochen werden, daß man erst kurz vor Beginn des Semesters zu keilen braucht. Wer ernten will, muß säen: es muß vorgekeilt werden. 1. Es muß sofort zu Beginn der Ferien eine intensive Keiltätigkeit einsetzen. Ueberall da, wo mehrere V. J. St.-er wohnen, müssen sie mindestens ein- bis zweimal wöchentlich offiziell zusammenkommen und stets die Keilfüxe nicht nur einladen, sondern vor allem auch persönlich abholen. Ueberhaupt ist auf den persönlichen Verkehr mehr Gewicht zu legen und durch anzuknüpfende freundschaftliche Bande der Keilfux zu fesseln. Man muß ihn für jüdische Dinge — allerdings