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Der jüdische Student · 1912-02-28 · Heft 11 (29.2.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 11 (29.2.1912)
Date
1912-02-28
Page
[Seite] (sequence 54)
Language
German
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382 Der jüdische Student wartete. Dieser war mit der Suspension des V. J. St. Marburg am Ende des Sommersemesters 1911 gekommen. So. wurde am 18. Oktober 1911 der V.J. St. Heidelberg von den vom Präsidium nach Heidelberg überwiesenen Burschen gegründet. Am 6. November erfolgte die unveränderte Genehmigung der Statuten durch den Engeren Senat. Der Antrittskonvent nahm folgende Besetzung der Chargen vor: John Lissauer X Leo Kl au b er XX F. M. Alfred L e w i n XXX F. W. Der erste Teil des Semesters war naturgemäß der Keilarbeit gewidmet. Die schöne Neckarstadt übt noch immer auf die jungen Studenten ihre große Anziehungskraft aus und lockt stets eine Schar jüdischer Abiturienten nach Heidelberg. Wenn auch am Anfang des Semesters nur 4 Füxe bei uns aktiv wurden, dürfen wir doch — in Anbetracht dessen, daß die Zahl der ersten Semester im Winter weit geringer ist als im Sommer — von unserm Keilerfolg befriedigt sein. Umsomehr aber, weil es sich beim Keilen zu unserer großen Genugtuung zeigte, wie sehr in Heidelberg ein V. J. St. gefehlt hatte. Wir trafen nämlich auf viele Studenten älteren Semesters, die unserer Tendenz sehr nahe stehen und denen die hiesigen Korporationen, die für einen jüdischen Studenten in Betracht kommen, nicht genügen konnten. Hätte hier schon früher ein Kartellverein bestanden, sie wären als junge Semester zweifellos bei uns aktiv geworden. Jetzt begnügten wir uns damit, sie zu unsern Vorträgen und sonstigen Veranstaltungen einzuladen. Im Mittelpunkt unserer Tätigkeit am Anfang des Semesters standen ferner die Vorbereitungen zu unserer Antrittskneipe, die unter reger Beteiligung der hiesigen Akademiker und zahlreicher auswärtiger Bundesbrüder aus Bonn, Freiburg und Straßburg einen sehr schönen Verlauf nahm. Bereits um die Mitte des November war unser Vereinsleben in vollem Gange. Unterbrochen wurde es durch unsern Kartelltag, der in Straßburg Ende Dezember stattfand und an dem unsere gesamte Aktivitas teilnahm. Zum Kartelltag delegiert waren die Bbr. K1 a u b e r und Lissauer. Auf dem Kartelltag erfolgte unsere definitive Aufnahme in den B. J. C. Neben unsern Fuxenstunden sorgten mannigfache Vorträge für die jüdische Ausbildung der Bundesbrüder. Besonders genannt seien folgende: Der Untergang der deutschen Juden (I. A. B. S t e i n), Sage und Geschichte der Wormser Juden (A. B. L e w i n), Die Bedeutung des Zionismus (Bbr. Held), Zukunftswerte der Juden (A. B. Klaube r).

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