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Der jüdische Student · 1912-02-28 · Heft 11 (29.2.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 11 (29.2.1912)
Date
1912-02-28
Page
[Seite] (sequence 55)
Language
German
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Der jüdische Student 383 Auch außerhalb Heidelbergs bietet sich den Bundesbrüdern vielfach Gelegenheit zu jüdischer Arbeit. So übernahmen es einige Bundesbrüder, in den kleineren Städten in der Umgebung Heidelbergs Vorträge über jüdische Themata zu halten. Für die körperliche Ausbildung der Bundesbrüder wurde nicht weniger Sorge getragen als für die jüdische. Leider gelang es uns infolge örtlicher Schwierigkeiten nicht, einen Turnboden zu erhalten, dagegen unternahmen wir allwöchentlich größere Wanderungen in Heidelbergs herrliche Umgebung, in den Odenwald. Als gar der Himmel mit allen sportlustigen Bundesbrüdern Erbarmen hatte und seine Umgebung in ein weißes Schneegewand hüllte, da wurde manche Kollegstunde geschwänzt, um Körper und Geist beim Rodelsport zu stählen. Allwöchentliche Kneipen vereinten die Bundesbrüder zu froher Geselligkeit. Die offizielle Fechtstunde fand täglich auf dem Universitätsfechtboden statt. Alles in allem war der Verlauf des Semesters ein recht erfreulicher. Die Bundesbrüder werden stets voll froher Erinnerung des ersten Heidelberger Semesters gedenken. Die Aussichten für das kommende Semester sind recht günstig, da wir auf eine starke Korona rechnen können. Die äußeren Bedingungen für ein gutes Sommersemester sind dadurch gegeben, daß es uns endlich gelungen ist, eine geeignete Wohnung zu finden; an ihrer Ausstattung wird bereits eifrig gearbeitet. P e r s o n al i a : Wir hatten die Freude, im Laufe des Semesters mehrere Alte Herren bei uns begrüßen zu können. Es besuchte uns A. H. Blumenfeld aus Berlin anläßlich seines Vortrages in Heidelberg über „Zionismus und Assimilation", ferner A. H. Emil Cohn aus Kiel, A. H. Kolski aus Düsseldorf, A. H. Albert Baer aus Stettin, A. H. Elkan aus Bonn. 15. Februar _ John Lissauer X BÜCHER Moritz Qoldstein, Deutsch-jüdischer Parnaß (Kunstwart, 1. Märzheft 1912). Der energisch und anschaulich geschriebene Artikel behandelt, von der Stellung der Juden in der modernen deutschen Literatur ausgehend, das Kulturproblem des westeuropäischen Juden. Er spricht einmal rückhaltslos über Dinge, die das offizielle Judentum sonst abzuleugnen und ängstlich zu ignorieren pflegt. Man darf gespannt sein, wie sich die Kreise des sogenannten religiösen Judentums mit ihm auseinandersetzen werden. — Die Fuxmajore der V. J. St.-en seien besonders auf den Artikel hingewiesen; zusammen mit Emil Cohns „Problemen im modernen Judentum" (Preuß. Jahrb. August 1907) wird er Stoff für mehrere wertvolle Fuxenstunden geben. $

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