Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 11 (29.2.1912)
- Date
- 1912-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3537599-3537691-3537702--2247-3540368- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der jüdische Student 381 brüdern Gelegenheit zu verschaffen, sich im freien Reden zu üben. Die Themata der Vorträge lauteten: Die Literatur der Bibel (A. C a h n). Der Antisemitismus (R o s e n t h a 1). Zionismus und Persönlichkeit (T i e f e n t h a 1). Die Poesie der Bibel (A. C a h n). Die Organisationen der Juden (H. C a h n). Die Emanzipation und ihre Folgen (A. H. Dr. Julius Ro senfeld - Essen). An den Vorträgen und Diskussionen des hiesigen Jugendbundes und des Literaturvereins nahmen wir teil. Ueber der notwendigen Beschäftigung mit jüdischen Fragen kam das studentische Korporationsleben nicht zu kurz. Wir fochten täglich offiziell in dem Fechtsaal unserer Kneipe, allwöchentlich fanden Kneipen statt; die Füxe unternahmen alle 14 Tage einen Fuxenbummel in die reizende, durch Sage, Geschichte und Dichtung berühmte Umgebung Bonns. Als Frost und Schnee eingetreten war, betrieben wir in Königswinter eifrig Wintersport. Läßt es sich also auch im Winter in Bonn gut leben, so ist es müßig, auf die mannigfachen Reize eines Sommersemesters hinzuweisen. Es ist bekannt, daß Bonn mit Freiburg und Heidelberg in landschaftlicher Beziehung (Siebengebirge, Taunus, Eifel!) getrost wetteifern kann. Die Bundesbrüder, die sich den Studienort für das kommende Semester noch nicht gewählt haben, seien hierdurch auf die rheinische alma mater hingewiesen! Personalia: I. A. B. Michael von Mayer bestand sein landwirtschaftliches Diplomexamen mit sehr gut und wurde A. H. Ferner wurden A. H.: Ref. Fritz Blankenfeldt und Dr. med. Th. Katz. — A. B. Tiefenthal wurde inaktiviert. Unsere Kartelltagsdelegierten waren A. H. Referendar Alfred Platz und A. B. Arthur C a h n. 15. Februar Arthur Cahn X Verein Jüdischer Studenten an der Universität Heidelberg (im B.J.C.) Farben: Gelb-blau-weiß Kneipe: Gasthaus zum Weinberg am Marktplatz. Briefablage: Cafe Odeon Der jüngste Kartellverein des B. J. C. darf mit Befriedigung auf sein erstes Semester zurückblicken; er dürfte die Hoffnungen erfüllen, die der B. J. C. auf ihn setzt. Wohl kaum sind die Gründungsarbeiten eines neuen Kartellvereins von allen Seiten mit solcher Spannung und Sorgfalt betrieben worden wie die von Heidelberg, da man sich schon geraume Zeit im ganzen Kartell über die Notwendigkeit eines Heidelberger V. J. St. im klaren war und ungeduldig den günstigsten Zeitpunkt dafür er-