Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 11 (29.2.1912)
- Date
- 1912-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student 375 Personalia: Unsere I. A. B. Hirsch, Massenbacher und Schutz bestanden das med. Staatsexamen. Bbr. Podschubski verlobte sich mit Fräulein Kiemann. A. H. h. c. Dr. S t r a u s wurde eine Tochter geboren, ebenso A. H. Schindler. 15. Februar Brand Verein Jüd. Stud. a. d. Kgl.Techn. Hochschule z. Charlottenburg (im B.J.C.) Farben: Gelb-hellblau-weiß Kneipe u. Briefablage: Charlottenburg2, Schlüterstr. 4 ». Tel. Amt Ch.9427 Ende Oktober des vergangenen Jahres eröffneten wir unser 21. Semester; in diesem fiel uns die Leitung im B.J.C Berlin zu, und wir waren bemüht, sogleich in der ersten Zeit den Connex zwischen den vielen von auswärts hergekommenen und den Berliner Bundesbrüdern eng zu knüpfen. Es fanden darum s. Z. Vorträge statt von Dr. Nathan Birnbaum: Sombart und Chamberlain — A. H. Generalsekretär Blumenfeld: Assimilation und Nationaljudentum — und A. H. Dr. Emil Cohn: Der Untergang der deutschen Juden. Ein großer Kreis von Gästen und Keilfüxen war stets hinzugezogen, und wir Charlottenburger konnten damals zwei Füxe aufnehmen. — In der ersten Hälfte des Semesters — d. i. bis zum K. T. — hatten wir viel mit organisatorischen Arbeiten und mehr noch durch unser Studium zu tun, das ja mehr Rücksicht als das unserer Bundesbrüder von der Universität verlangt. Als unsere Delegierten — A. H. Dr.-Ing. M a j e r c z i k und der Unterzeichnete — vom K. T. mit verstärkter Arbeitsfreude zurückgekehrt waren, wurde das Semester reich an Abwechslungen und frohen Veranstaltungen fortgesetzt. Als originellste wollen wir hier nur unsern The erwähnen, der im strengsten Biedermeierstil inszeniert war. Unsere Kneipe hatte ein entsprechendes Gewand bekommen; wir Aktiven erschienen in den bunten zeitgemäßen Kostümen, und unsere Damen ließen es ebenfalls nicht an Aufwand fehlen. Mehr als ein Dutzend Aufnahmen halten die reizvollsten Gruppen im Bilde fest. Besonders erfreute uns an diesem Nachmittag die Anwesenheit etlicher Alter Herren mit ihren Gattinnen, sowie ein kurzer Abschiedsbesuch unseres A. H. John B e r 1 o w i t z, der wenige Tage später zwecks städtebaulicher Arbeiten nach Saloniki reiste. — Eine Menge offizieller Veranstaltungen außerhalb der Kneipe, wie Besuche bei Alten Herren, von Vorträgen, aber auch von Theatern, gemeinsame Nachtsitzungen in Wein¬ oder Likörstuben, Exbummel haben uns das abgelaufene Wintersemester zu einem recht angenehmen und erinnerungsreichen gemacht; und daß dabei unsere Ausbildung im Sinne des B. J. C. und — last not least — unser Studium nie zu kurz kam, ist uns höchste Befriedigung. 15. Februar Fritz Schlesinger