Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 11 (29.2.1912)
- Date
- 1912-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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3/6 Der jüdische Student. Verein Jüdischer Studenten an der Universität Straßburg (im B.J.C.) Farben: Blau-weiß-gelb Kneipe: Restaur. Elsässer, Manteuff elstr. Briefablage: Cafe Hof mann, Brogliepl # Am 21. Oktober begann der V.J. St. Straßburg sein 21. Semester unter glänzenden Aussichten. Eine Korona von 14 Aktiven und 8 Inaktiven war auf unserer fröhlich verlaufenen Antrittskneipe versammelt, zu der wir eine große Anzahl von Alten Herren und Bundesbrüdern aus unseren Kartellvereinen zu F r e i b u r g und Heidelberg begrüßen konnten. Der Antrittskonvent besetzte die Chargen folgendermaßen: math. Alfred Adler X med. Abraham Loew XX F.M. med. Willy Meyer XXX S.W. Schon während der Ferien hatte eine eifrige Keiltätigkeit geherrscht; der Erfolg waren fünf neue Füxe: iur. Paul K r a e m e r aus Straßburg, iur. Marcel Mayer aus Straßburg, phil. Georg Epstein aus Metz, phil. Julius Schweich aus Metz, phil. Alfred Schwartz aus Mülhausen. Von der Arbeit des Semesters können wir vollauf befriedigt sein. Für die jüdische Ausbildung sorgten neben den Fuxenstunden die wöchentlichen Preßreferate und Vorträge, für die körperliche tägliches Fechten und Turnen. Es stiegen folgende Vorträge: Bbr. Loew über: Die Lage der Juden, Bbr. S a 1 o m o n über: Die Grundlagen des Nationaljudentums, Bbr. A r o n über: Die jüdische Rasse und ihren Kulturwert, Außerdem wurde über bedeutendere jüdische Bücher referiert, so über Theilhaber, Der Untergang der deutschen Juden; Heinrich Loewe, Die Sprachen der Juden; Sombart, Die Zukunft der Juden, Judentaufen. — Neben dieser ernsteren Beschäftigung herrschte während der ganzen Zeit das froheste studentische Leben. Famose Kneipen und AusFlüge teils mit teils ohne Damen vereinten die Alten Herren und die jüngsten Fuxen. Dsn Mittelpunkt und auch den Glanzpunkt des Semesters bildete der Kartelltag und unser zehnjähriges Stiftungsfest. Deutlich erkennt man noch jetzt aus den Debatten der Bundesbrüder die Anregungen der K. T.-Verhandlungen, und die Feierlichkeiten unseres Stiftungsfestes werden allen unvergeßliche Erinnerungen bleiben. Schon wochenlang vorher herrschte eine lebhafte Spannung, und als in der letzten Woche des verflossenen Jahres die Bundesbrüder aus allen Teilen des Reiches