Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 11 (29.2.1912)
- Date
- 1912-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student 369 Eis Delegierte waren anwesend : Für das P r ä s i d i u m : A. H. Dr. Koref, A. H. Dr. Bileski; für die Kartellvereine: Berlin: Lelever, Lyon, Arthur Olaser; Breslau: Fritz Olaser (mit zwei Stimmen); München: A H. Dr. Hirsch, Kupfer, Thalmann; Charlottenburg: A. H. Majerczik, Schlesinger; Straß bürg: A. H. Ludwig Mayer, Stein; Freibürg: Dukas, Siegfried Wolff; Königsberg: Fritz Rosenbaum; Maccabaea: Goldemann, Melamerson; Bonn: A.H. Platz, Arthur Cahn; Heidelberg (nach der Aufnahme): Klauber, Pinner. Namens des Präsidiums erstattete Koref, der die Verhandlungen des Kartelltags leitete, den Jahresbericht. Er stellt fest, daß der B. J. C. im vorigen Jahre eine erfreuliche Vorwärtsentwickelung gezeigt hat, im wesentlichen bedingt durch die straffe Organisierung und Zentralisierung der Keilarbeit im Präsidialbüro, dessen Einrichtung eine Spende des A. H. Dr. Raphael S t r a u s (Maccabaea) in Höhe von 1000 Mark ermöglicht hat. Er rühmt die Disziplin der jüngeren Bundesbrüder, die in der Keiltätigkeit, zum Teil unter großen persönlichen Opfern, die Anordnungen des Präsidiums mit Eifer und Verständnis zur Durchführung gebracht haben. Nach einer kurzen Besprechung der Lage der Kartellvereine geht Koref zu den Beziehungen zu anderen Organisationen über. Er hebt insbesondere die Notwendigkeit hervor, den Kampfstandpunkt dem K. C. gegenüber immer schärfer zu betonen. Unsere Hoffnungen, daß der K. C. sich allmählich in jüdischer Beziehung entwickeln wird, haben sich nicht erfüllt. Nach wie vor wirkt der K. C durch die Selbstverständlichkeit seiner programmatischen Forderungen, — denen nur der moralische Tiefstand unserer assimilationslüsternen Gegner in den paritätischen Verbindungen auch heute noch eine gewisse erzieherische Bedeutung verleiht — auf einen Teil der jüdischen Akademiker. Oerade dieser Standpunkt, der in jüdischer Hinsicht nichts verlangt, von dem aus die Auflösung des deutschen Judentums mit Gleichgültigkeit verfolgt wird, der die deutschpolitische Forderung auf Gleichberechtigung der deutschen Juden für ein vollwertiges jüdisches Ideal ausgibt, der nur noch Gründe gegen die Taufe, aber keinen Grund mehr für das Judentum kennt, — ist so außerordentlich gefährlich, weil er einen Teil unserer besten, begeisterungsfähigsten, idealistisch gerichteten Jungen, die der K. C. zweifellos zu seinen Anhängern zählt, für den Kampf um die Erhaltung des Judentums untauglich macht und sie einem äußerlichen und philiströsen Trotzjudentum zuführt. — Es folgt ein resümierender Bericht über das Ueberweisungsressort, das Finanzressort, den „Jüdischen Studenten", das Archiv, sowie ein Bericht über die Tätigkeit der Redaktionskommission des Studentenalmanachs, der Kommission für Burschenarbeiten, der Statutenkommission.