Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 11 (29.2.1912)
- Date
- 1912-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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370 Der jüdische Student Aus dem weiteren Verlauf der Verhandlungen, die größtenteils innere Angelegenheiten betrafen, heben wir die Annahme des Antrages der Maccabaea hervor: „Anläßlich der Suspendierung des V. J. St. Marburg durch Rektor und Senat der Universität Marburg spricht der Kartelltag den beteiligten Marburger Bundesbrüdern für ihr Verhalten seine Billigung und Anerkennung aus." Eine eingehende Diskussion rief die Frage des wissenschaftlichen Fuxenunterrichts hervor. Ein Referat von Bundesbruder L e 1 e w e r befaßte sich mit der Kritik des bisherigen Fuxenunterrichts. Er forderte größere Systematisierung des Unterrichts und die Schaffung eines klaren Zusammenhanges zwischen dem Unterricht der ersten und zweiten Semester. Indem man den Unterricht systematisch gliedert, den Unterricht selbst im ganzen B. J. C. in einheitlicher Weise über die beiden Semester, die für die Fuxenerziehung zur Verfügung stehen, verteilt, gelangt man zu einer gediegeneren Ausbildung der Aktiven und damit einen Schritt weiter in der inneren Stärkung des B J. C. Die Diskussion führt schließlich zur Annahme des Antrages Goldemann: „Der Kartelltag beauftragt die Bundesbrüder D u k a s , Lelever, Lyon, Ludwig Mayer, Rosenblüth, Alfred W o 1 f f eine knappe systematische Darstellung des wissenschaftlichen Fuxenunterrichts abzufassen. Die Manuskripte sollen in einer besonderen Beilage zum J. St. veröffentlicht werden." Bundesbruder R o s e n b a u m (V. J. St. Königsberg) beschäftigt sich in einem längeren Referate mit der Behandlung der ausländischen, besonders russischen jüdischen Studenten an deutschen Universitäten, denen der Antisemitismus der christlichen Studentenschaft und zum Teil auch der Behörden das akademische Oastrecht streitig zu machen beginnt. Folgender Antrag wurde angenommen: „Der Kartelltag beauftragt das Präsidium unter Hinweis auf Absatz 4 des Programms des B. J. C, der Frage der Behandlung der russisch-jüdischen Studenten auf den deutschen Universitäten seine vollste Aufmerksamkeit zuzuwenden. Insbesondere soll das Präsidium gegebenenfalls den Kartellvereinen Direktiven für das Eintreten der ihnen angehörigen Kliniker in den Klinikerschaften zugunsten der ausländischen jüdischen Studenten geben." Die Neuwahlen zum Präsidium ergaben entsprechend den Vorschlägen des amtierenden Präsidiums folgendes Resultat: A. H. Dr. med. Erich Rosenkranz, 1. Vorsitzender A. H. Dr. phil. Fritz K o r e f, 2. Vorsitzender