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Der jüdische Student · 1912-01-23 · Heft 10 (23.1.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 10 (23.1.1912)
Date
1912-01-23
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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318 Der jüdische Student Die Entwicklung des K. C. Von Dr. Albert B a e r (V. J. St. Straßburg A. H.), Stettin Wenn auch bisher von der Tatsache, daß der K. C. eine monatlich erscheinende Zeitung, die „K. C-Blätter", herausgibt, im J. St. keine Notiz genommen ist, so wird sie doch allen Bundesbrüdern hoffentlich bekannt sein; nicht als ein literarisches Ereignis, weil das Niveau der Blätter sich nur selten über die mittlere Mittelmäßigkeit erhebt (meist nur in aus anderen Zeitungen übernommenen Artikeln), sondern als die Lebensäußerung unseres Feindes par excellence, mit dem wir den Kampf um die Erhaltung des deutschen Judentums ausfechten. Wir können uns keinen Augenblick darüber hinwegtäuschen, daß der K. C. ein mächtiger Gegner ist, hauptsächlich deshalb, weil die bunten Farben den Keilfüxen imponieren und weil schon eine sehr große Menge von Primanern weiß, daß der K. C. in der Hauptsache reine Wäsche und Schlägermensuren verlangt und ein um die drängenden, sorgenbereitenden Fragen der Gegenwart unbekümmertes feucht-fröhliches Studentenleben verspricht, während der B. J. C von seinen Füxen, die eben erst aufgehört haben zu lernen, sofort ein neues Lernen verlangt. Es gibt sicherlich eine Anzahl K. C.-er, die „geistige Blutarmut im K. C." empfinden (Holländer im Dez.-Heft S. 42) und es bedauern, daß „die wichtigsten Zeitprobleme, insbesondere auf dem Gebiete des jüdischen Lebens, von der Masse der K.C.-er nicht genügend gekannt und daher vielfach irrig beurteilt werden", ja sogar anerkennen, „daß je mehr der äußere Druck abnimmt, eine Organisation innerlich verflachen muß, die nur auf den Kampf gegen augenscheinliche Ehrverletzung zugeschnitten ist"; aber diese Erkenntnis (die bei manchem K. C.-er zum Zionismus und daher zum Austritt aus dem K. C. geführt hat) macht Halt, sobald unter Judenfrage etwas anderes als die deutsche Judenfrage und diese von einem anderen Standpunkt als dem des Antisemitismus verstanden wird. Nicht in Holländers Artikel; bei ihm steht die Abwehr noch immer „mit an der Spitze unserer Bestrebungen". Aber nicht mehr allein. Er geht sogar so weit, auch die „Rasse" und den „Stamm" als Erscheinungsformen des Judentums anzuerkennen, jedes (auch ohne Religion) als Grundlage des Judentums eines

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