Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 10 (23.1.1912)
- Date
- 1912-01-23
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student 315 Mißgunst der Überweisungen in ihrer Erziehungsarbeit abhängig sein, da ein konsolidierter Verein stets über einen Stamm verfügt. In diesem Sinne geschah auch die Annahme des Inaktivier ungsantrages von Qoldemannin etwas abgeänderter Form. Die neue Inaktivierung macht dem unleidlichen Zustande ein Ende, daß ein Verein mit einem Inaktiven überrascht wird, mit dem er weder in tendenziösem noch persönlichem Konnex steht. Jetzt können die Vereine wenigstens über ihre Zusammensetzung ein Wort mitsprechen. — Symptomatisch war auch die debattelose Annahme des Antrages, den veralteten Antrag „die Vereine geben Satisfaktion, wenn die Ehre des Vereins auf dem Spiele steht" aufzuheben, „weil nach dem heutigen Stande der Entwicklung alle im B. J. C. kartellierten Vereine Jüdischer Studenten als solche unbedingt Satisfaktion geben". Auch die Diskussion über den Fuxenunterricht auf diesem Kartelltage erstreckte sich weniger auf theoretische Erörterungen, als darauf, ihn zu verbessern und dadurch diese wichtigste Aufgabe der Vereine besser als bisher zu erfüllen. Ein Referat von Bbr. L e 1 e w e r befaßte sich hauptsächlich mit der Kritik des bisherigen Fuxenunterrichtes. Er kam zu dem Schlüsse, daß der Unterricht im B. J. C. unsystematisch und in den einzelnen Semestern zusammenhanglos ist. Unklarheit herrscht sowohl in der Argumentation des Zionismus, wie in der Bedeutung der jüdischen Geschichte und der Palästinakunde. Dadurch, daß man einen Antrag, der den Fuxmajoren Systeme an die Hand gibt, annahm, erhofft man eine Verbesserung des Fuxenunterrichtes. Indem man den Unterrichtsstoff systematisch gliedert, den Unterricht selbst in vielleicht einheitlicher Weise im ganzen B. J C. über die beiden Semester, die für die Fuxenerziehung zur Verfügung stehen, verteilt, gelangt man zu einer gediegeneren Ausbildung der Aktiven und damit einen bedeutenden Schritt weiter in der inneren Stärkung des B. J. C. Ähnliches bezweckt auch die Annahme des Antrages, die zweite Fuxenprüfung auf „Palästinensische Geographie und Landeskunde" als besonderen Prüfungsgegenstand auszudehnen. Die Prüfung in diesem Gegenstand ist hierbei nicht die Hauptsache. Diese ist vielmehr darin zu sehen, Palästina mehr als bisher in den Vordergrund treten zu lassen, den Zionisten im B. J. C. näherzubringen. Palästina ist uns vielfach etwas Mystisches; wohl allen das