Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 10 (23.1.1912)
- Date
- 1912-01-23
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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314 Der jüdische Student ziösen Leistungsfähigkeit möglichst stärken, einen jeden Aktiven schon so fest in den Bannkreis seines Vereins ziehen, daß man für seine ganze Zukunft die Macht über ihn behält und Pflichterfüllung in jeder Beziehung von ihm verlangen kann. Dieses Prinzip ist nicht mehr neu. H e r z b e r g hat in einem zum Freiburger Kartelltage erschienenen Aufsatze seine Durchführung gefordert; Ludwig Mayer scheint sich in dem Aufsatze „Über das korporative Element im B. J. C" (J. St. Jahrgang 6 Nr. 5) den aus diesem Prinzip zu folgernden Forderungen anzuschließen. In den V. J. St.-ern ist jetzt die Auffassung vorherrschend, daß man bessere B. J. C-er erzieht, wenn man den Einzelnen fest an eine Korporation kettet. Jeder muß sich an einen Verein in erster Linie gebunden fühlen. Dieser Verein, der eine besondere Korporationsindividualität, gewissermassen eine „Persönlichkeit" darstellt, muß für ihn die Idee des V. J. St.-ertums sein. In jedem Verein muß daher ein starker Wille vorhanden sein, sich zum Elite-V. J. St. zu entwickeln; er wird dem in ihm Erzogenen seinen Stempel aufdrücken, ihm auch ein Rückhalt sein. Die feste Verknüpfung mit seinem Verein, für dessen Gedeihen man die Verantwortung trägt, wird verhindern, daß man schlaff und uninteressiert wird. Das Herumwandern im B. J. C, durch ,das man Semester für Semester in einen anderen V. J. St gelangt, läßt jemanden überall und nirgends Wurzel fassen. Von diesem B. J. C.-Kosmopolitismus haben die einzelnen Vereine und damit der B. J. C. nichts. Man muß verlangen, daß jeder sich in irgend einem Verein zu Hause fühlt, damit dieser auch das Recht hat, den Einzelnen auf seine Pflichten der jüdischen Nation und dem B. J. C. gegenüber hinzuweisen. Die praktische Folgerung dieses Prinzips ist mehrsemestrige Aktivität im Stammverein; dann werden schließlich auch Vereine wie Freiburg, die dem B. J. C. jeden Sommer neue Kräfte zuführen, sich endlich einmal einen Stamm und ununterbrochene Existenz sichern. Derjenige, der an seinem Vereine hängt, wird auch nicht so leicht von einem V. J. St. in den andern wandern, auch die Zeit einer Krise, die in Tendenzvereinen nicht ausbleibt, um so sicherer überwinden. Je mehr dieses Prinzip, das von jedem Anhänglichkeit an seinen Verein fordert, durchgeführt wird, um so weniger werden die Vereine von der Gunst oder