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Der jüdische Student · 1912-01-23 · Heft 10 (23.1.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 10 (23.1.1912)
Date
1912-01-23
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Der jüdische Student 313 Der tiefe Ernst, mit dem jeder ununterbrochen an den langen Verhandlungen mit den oft zu detaillierten; Debatten teilnahm, der frische, fröhliche Wille des Einzelnen zu fruchtbarer Arbeit war das prägnante Kennzeichen der Straßburger Tagung. Sie war der Typus eines normal verlaufenden Kartelltages. Der XI. K. T. stand nicht mehr unter dem Eindrucke der Tendenzkämpfe. Die Tendenz steht nach den letzten Kartelltagen unerschütterlich fest. Interpretationen sowie „Unterstreichen" und „Betonen" sind überflüssig, da die zionistische Grundlage des B. J. C. — und damit Zweck und Ziel — so unverrückbar dasteht, daß sie von allen — d h. omnes „ad unum" — aus der Debatte herausgelassen wurde, weil sie ja für jeden die Voraussetzung seines V. j. St-ertums war. Nur bei der kurzen Kulturdebatte, die sich an den Antrag Bluhm-Levy knüpfte, wurde energisch der nationale Standpunkt des B. J. C. betont. In Straßburg bemerkte man diesmal nichts von einer süddeutschen und norddeutschen Richtung, sprach nicht mehr von fabrikmäßiger Zionistenmacherei; in allen Fragen herrschte vollkommene Einmütigkeit. Die reinzionistische Grundlage des B. J. C. und die Pflicht zur Betätigung seines Zionismus ist jetzt dem Einzelnen so ins Gefühl übergegangen, daß man sie nicht mehr durch logische Gründe zu verteidigen hat. Nach dem Berliner Kartelltage kam es allein darauf an, unsere Tendenz und Organisation auszubauen und möglichst gute Erziehungsarbeit zu leisten. So ausgeprägt uns allen das Bewußtsein war, daß der Zionismus der Inhalt des B. J. C. ist, so fest war auch die Überzeugung, daß inner-zionistische Parteistreitigkeiten nicht in den B. J. C. hineinzutragen sind. Es genügt, zu konstatieren, daß die Vorkommnisse in Berlin auf das Kartell keine Rückwirkung ausgeübt haben; man hatte folglich keinen Anlaß, auf dem K. T. darüber zu diskutieren. Der Eindruck, den diese Zwistigkeiten in der ersten Zeit auf die Konvente der Berliner Vereine gemacht hat, ist ja bereits verblaßt und hat einem Frieden in den Korporationen Platz gemacht, so daß sie in Ruhe ihre Aufgaben erfüllen können. Bemerkenswert auf diesem Kartelltag ist das Betonen der Konsolidation der Vereine, d.h. man will die einzelnen Kartellkorporationen sowohl organisatorisch wie in ihrer tenden-

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