Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 9 (15.12.1911)
- Date
- 1911-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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300 Der jüdische Student sitzer und im Vorstand des nordwestdeutschen Bezirksverbandes. Es fehlt aber eine besonnene gemeinsame zionistische Tätigkeit. So geht es ja auch im Reich! In Hannover hörten wir Hamburger auf einmal, die Zionisten sollten Apfel als persönlichen Verbandsvorsitzenden wählen. Zionisten haben sowohl Hamburg als Danzig in den Verbandsvorstand wählen wollen, folglich fielen beide durch. Ueber Apfels und L i c h t e n b e r g s Auftreten neulich in Bremen wäre viel zu sagen. Unser Jugendbundsressort im Präsidium muß Fühlung mit uns halten! Im Hamburger Jugendbund machen die Zionisten entweder Krach oder kommen gar nicht Die Mitarbeit ist mehr als unerfreulich und bei den vielen Vorwürfen, die man von Zionisten hört, besonders undankbar. Dabei muß ich allein natürlich immer, wie auch neulich in Bremen, die zionistischen Kastanien aus dem Feuer holen. Gottschalck vermeidet es ängstlich, sich unbeliebt zu machen. Der sympathischte jüdische Verein, der Bar-Kpchba, hat sich ohne jedes Zutun der B. J. C.-er ganz rapide entwickelt. Nur ganz wenige Bundesbrüder halten es für der Mühe wert, zu turnen und Ausflüge mitzumachen. Die Eroberung der Oemeindestube hat noch recht gute Wege. Die verworrenen Kultusverhältnisse befördern separatistische Strömungen und schaffen noch immer allzuviel kleinlichen K'hillekram. Die Universität kommt langsam. Ihr Bild ist zwar noch verschleiert, aber eine 2000-köpfige Akademikerversammlung hat neulich die Universitätsgegner stark enttäuscht. Vom Januar ab wollen wir wenige beschränkt-externe Diskussionsabende veranstalten. Bei der Ueberproduktion von jüdischen Veranstaltungen ein gewagtes Ding. Ueber unsere Haupttaten, Keilkneipe zu Ostern und Emil Cohns Vortrag im September, ist berichtet worden. Erwähnt sei der von den großen Vereinen veranstaltete Zollschanvortrag (nachher zwangloses Beisammensein) und der Dienstag in der Ortsgruppe steigende Palästina-Lichtbildervortrag von Heinrich L o e w e. Unser Vertreter auf dem K. T. ist Bbr. Ludwig Mayer (Straßburg) oder Edgar W e i 11. Bei der Kürze der Zeit konnten wir unsere Anträge nicht mehr dem Präsidium senden. Sie werden aber dem K. T. vorliegen. Auf dem K. T.-Konvent fand die Resolution des Berliner Bezirksverbands betr. die Zwistigkeiten unter Bundesbrüdern wegen innerzionistischer Fragen allgemeine Billigung. Vielleicht empfiehlt es sich, von Preßpolemiken unter Bundesbrüdern vorher das Präsidium zwecks Vermeidung von Schärfen Kenntnis nehmen zu lassen.