Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 9 (15.12.1911)
- Date
- 1911-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3537599-3537691-3537700--2156-3540275- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Der jüdische Student 299 B. J. C. Berlin. Zu erwähnen sind die Teilnahme an der Einweihung des Jüdischen Jugend- und Studentenheims in Charlottenburg sowie die Vortragsabende vor geladenen Gästen. Es wurden bisher gehalten: von Dr. Nathan Birnbaum: „Sombart und Chamberlain"; von A. H. Emil Cohn „Der Untergang der deutschen Juden." Während der erste debattelos verlief, schloß sich an den zweiten eine erregte Diskussion, bei der sich die A. H. A. H. Blumenfeld, Rosenkranz, Zwirn sowie Herr Dr. W e i ß e n b e r g zu stark konträren Ansichten bekannten. Augenblicklich ist die Aktivitas im Kampf um das zweite Mandat für die Lesehalle. Ein Zusammengehen mit dem K. C, der es anfangs durch Vermittlung des K. Z. V. gesucht hatte, wurde nach einigen einander widersprechenden Konventen von uns abgelehnt. Jetzt stimmt er für die Freie Verwaltungspartei. 8. Dezember Schlesinger * * Bezirksverband Hamburg. Noch immer ist aus Hamburg nichts Erfreuliches zu berichten. Mag auch die Stagnation mit auf Examens- und beruflichen Gründen beruhen, sie können niemals die fast brutale Rücksichts- und Interesselosigkeit entschuldigen. Das bißchen, was geschehen ist, haben unsere Aktiven in den Ferien getan. — Auswärtige Mitglieder des B. V. sind: Emil Cohn, Tannenwald und Minden in Kiel, Albert S t r a u s in Depenau und Schindler in Bremen. Auf dem gestrigen Konvent waren von den Hamburgern lediglich Hildesheimer, Hoffmann, Klewansky, Loeb, Weiß, Manfred Z a d i k und Nathan anwesend. Keiner der Jüngeren hielt eine Entschuldigung für nötig. Das Leben in der Zionistischen Ortsgruppe war durch die politischen und starke persönliche Gegensätze höchst unerfreulich. Dem neuen Vorstand gehören die Bbr. Dr. Kalmus und Weiss an, der Propagandakommission Hildesheimer und Unna. Ein Vorsitzender ist, da Dr. B1 o e d e abgelehnt hat, noch nicht vorhanden. Der Akademikerstammtisch hat seit März jeden ersten Montag im Monat stattgefunden, ohne sichtliche Teilnahme der B.J.C.-er, Z. B. kam Gottschalck nur einmal, als die Ortsgruppenwahlen diskutiert wurden. Der Zionismus kommt hier nicht vorwärts. Wir haben recht gute Zionisten und Infiltrationspolitik wird bis zur Bewußtlosigkeit getrieben. Aber es fehlt eine großzügig organisierte Propaganda. Darum ist die Skepsis, mit der viele gute Bundesbrüder unsere Mitarbeit im Jugendbund betrachten, zum mindesten verständlich. Gottschalck ist Vorsitzender, Nathan Bei-