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Der jüdische Student · 1911-12-15 · Heft 9 (15.12.1911) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 9 (15.12.1911)
Date
1911-12-15
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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298 Der jüdische Student jüdischen Bevölkerung die Zahl ihrer Veranstaltungen auf ein Minimum reduzieren muß. Wir besuchten offiziell einen Vortrag des Herrn Julius Simon in Mannheim über den X. Kongreß und die jetzige politische Lage im Zionismus. In dem Vortrag setzte Herr Simon insbesondere die Notwendigkeit und die Aufgaben der neuen Leitung ganz treffend auseinander. Den Mangel an Anregung von außen suchen wir durch vermehrte Fuxenstunden und Vorträge wettzumachen und sicherlich ist die jüdische Stimmung, die für eine wirksame V. J. St.-er Arbeit erforderlich ist, auch bei uns vorhanden. Bbr. L e w i n hielt einen Vortrag über „Sage und Geschichte der Wormser Juden", Daran anschließend machten wir einen offiziellen Tagesausflug nach Worms und ließen uns vom dortigen Rabbiner die Raschi-Kapelle, die 1000 Jahre alte Synagoge, den Friedhof u. a. zeigen. Unser Fux Held hielt ein Referat über die Lichtheimsche Propagandaschrift. Keilerfolge haben wir leider nicht mehr zu verzeichnen. Das liegt wohl daran, daß einerseits der hiesige Rabbiner sich verpflichtet fühlt, sehr energisch von den bösen Zionisten abzukeilen, andererseits einige Keilfüxe den berühmten Ring bilden, den zu sprengen sehr schwierig ist. Daß die Bavaren und F.W. K-er nur je zwei neue Füxehaben, mag uns immerhin trösten. Bezüglich des XI. Kartelltages ist zu erwähnen, daß die hiesigen ß.J.C-er einen Antrag auf definitive Aufnahme des V. J. St. Ivria in den B. J. C. stellten. Am Straßburger Kartelltag und Stiftungsfest werden wir wohl alle teilnehmen. Unser Vereinsleben ist flott im Gange. Gemeinsame Ausflüge in den herrlichen Odenwald, Teeabende etc. fördern den geselligen Verkehr der Bundesbrüder. Das Vereinsleben wäre ideal, wenn wir eine gemütliche Kneipe hätten. Vorläufig müssen wir uns mit einem nicht gerade sehr schönen Kneipzimmer begnügen. Wir dachten uns das nur als Provisorium und nahmen es, weil wir nichts Besseres fanden und Kneiplokale hier sehr rar sind. Alte Herren wie die der Bavaren, die einen Fonds von 60 000 Mark zusammenbringen zur Errichtung eines eigenen Hauses, haben wir leider noch nicht. Wir hoffen jedoch, bis zum Ende des Semesters ein unseren Ansprüchen einigermaßen genügendes Kneiplokal gefunden und auch in dieser Hinsicht das Sommer-Semester würdig vorbereitet zu haben. Personalia: DerO.V.G. des V.J. St. Königsberg, Li ndens c h a 11, der zurzeit in Heidelberg studiert, ließ sich von Königsberg an uns überweisen. Bbr. L e v y trat gegen Herrn Cohn Dalehmiae, der bei den Bavaren belegt hatte, auf s. s. 15 an und stach im 11. Gange unberührt ab. Ein E. R., den Bbr. Levy wegen seiner Kontrahage mit Herrn Cohn gegen sich beantragt hatte, bestrafte ihn mit einem Verweis. 7. Dezember lohn Lissauer X

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