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Der jüdische Student · 1911-10-10 · Heft 7 (10.10.1911) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 7 (10.10.1911)
Date
1911-10-10
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der jüdische Student 189 Delegierten B 1 u m e n f e 1 d in die russische Landsmannschaft entsandt, um dort die Unerschütterlichkeit ihrer Haltung und die sie treibenden Motive auseinanderzusetzen. Man kann wohl sagen, daß durch diese von vornherein klare und konsequente Stellungnahme der deutschen Landsmannschaft das Vertrauen auf beiden Seiten gefestigt und dadurch der Weg zur Verständigung geebnet worden ist. Dieses bemerkenswerte Verhalten hatte um so größere moralische Bedeutung, als gerade die deutschen Zionisten es waren, welche die Einigung auf dem vorigen Kongreß vereitelt haben. Es ist versucht worden, einen Punkt aus den Einigungsbeschlüssen zu beseitigen — die Wahl des Präsidenten durch das E. A. C. Dieser das Verständigungswerk gefährdende Versuch ist erfreulicherweise gescheitert. Interessant war aber, bei dieser Gelegenheit das Auftauchen alter Parteigegensätze zu beobachten. Es schienen wirklich die alten Lager wieder zu erstehen. Hie Politische — hie Praktische. Sollte über Nacht das Bedürfnis nach diesen Begriffen sich wieder herausgestellt haben? Es kommen in unserer Bewegung wie überall aus Temperament geborene Strebungen vor, die eine Zeit lang Lärm verursachen, die aber bald aus Mangel an Lebensgrund sich in nichts verlieren. Für die alten Parteigegensätze fehlt heute jegliche Voraussetzung. Es ist recht unklar, welche in den heutigen Verhältnissen begründeten Elemente fraktionsbildende Kraft für eine Partei der „politischen" Zionisten haben sollen. Die Charterperiode ist längst dahin und abgelöst durch die Periode der stetigen Palästinaarbeit. Wir stellen uns heute die öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina als das Ende einer langen Entwicklung vor. An eine vorweg zu erreichende öffentlich-rechtliche Sicherung als notwendige Grundlage praktischer Palästinaarbeit denkt heute kein Zionist mehr. Was soll aber innerhalb dieses Entwicklungszionismus der alte Gegensatz „politisch und praktisch"! Wir sind im Laufe der zionistischen Arbeit zur Einsicht gelangt, daß alle Mittel, die der Kongreß zur Erreichung unseres politischen Zieles im Baseler Programm in Aussicht genommen hat, ausgenützt werden müssen. Die einseitige Betonung eines Weges auf Kosten der anderen ist nur im Anfangsstadium der Bewegung möglich gewesen. Die zionistische Arbeit ist denn auch immer viel-

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