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Der jüdische Student · 1911-10-10 · Heft 7 (10.10.1911) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 7 (10.10.1911)
Date
1911-10-10
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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188 Der jüdische Student waren also auf die Nachgiebigkeit der Westler angewiesen, Und so ist es gekommen. Auf der Berliner Jahreskonferenz von 1910 wurde die Einigungsarbeit begonnen. Die Beschlüsse des X. Kongresses brachten die Krönung des Friedenswerks. Und es muß betont werden: Nicht um des lieben Friedens willen ist nachgegeben worden, sondern weil der zionistische Westen die Berechtigung des Grundgedankens jener Forderungen erkannt hat. Man kann eine Parteirichtung in einer Bewegung wohl jedes Einflusses entkleiden. Denn die jeweils herrschende Richtung ist ein Ganzes; sie ist in der Lage, für die Wohlfahrt der Gesamtbewegung zu sorgen. In unserer Volksbewegung standen sich bei der Frage der Leitung nicht zwei Parteien, sondern zwei Volksgruppen gegenüber. Jede Gruppe mit ihren durch ihre Besonderheit bedingten Strömungen ist nur ein Tei des Ganzen, der notwendig der Ergänzung bedarf. Beide zusammen bilden ein Ganzes. Auf die Leitung der Geschicke der jüdischen Volksbewegung müssen beide Gruppen Einfluß gewinnen im Interesse der Gesamtbewegung. Kein Kongreß wird dieses Ergebnis wieder zunichte machen können. Ob der politische Kurs der neuen Leitung die Bewegung vorwärts bringt, ist eine andere Frage. Hierüber werden die nächsten Jahre entscheiden; denn die Richtigkeit eines politischen Kurses wird durch den Erfolg bewiesen, Soweit bei den Kämpfen zwischen Ost und West Meinungsverschiedenheiten über die Zweckmäßigkeit des früheren politischen Kurses mitgespielt haben — und sie haben in hervorragendem Maße mitgespielt — ist eine Umkehr natürlich denkbar. Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, daß die Sanktionierung der Beschlüsse der Jahreskonferenz, wenigstens soweit darin den Wünschen der Oestier entsprochen war, die notwendige Voraussetzung der Verständigung von Ost und West gewesen ist. Das große Verdienst der deutschen Landsmannschaft ist es, aus der Erkenntnis der Notwendigkeit eines harmonischen Zusammenarbeitens beider Gruppen für die Zukunft des Zionismus schon vor Beginn des Kongresses durch die Wahlen zum Permanenzausschuß und durch die Stellungnahme zu den Beschlüssen der Jahreskonferenz der russischen Landsmannschaft den ernsien Willen zur Annäherung gezeigt zu haben. Um jedes Mißtrauen zu beseitigen, hat sie später den

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