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Der jüdische Student · 1911-09-20 · Heft 5-6 (20.9.1911) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 5-6 (20.9.1911)
Date
1911-09-20
Page
[Seite] (sequence 34)
Language
German
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178 Der jüdische Student mit anschließender Tendenzdebatte viel zur Klärung der einzelnen Ansichten bei. In körperlicher Hinsicht betrieben wir besonders die Pflege des Fechtens (wöchentlich 5 Stunden) und des Turnens (in 2 Stunden). Fröhliche Ruderfahrten und unterhaltendes Tennisspiel förderten den Zusammenschluß zwischen den einzelnen Bundesbrüdern, ebenso gemeinsame Ausflüge und Wagenpartien, die bei Bowle und frohem Liederklang beschlossen wurden. Von größeren Veranstaltungen ist ein musikalischer Frühschoppen, eine Wagenpartie mit Damen und ein großer Kommers mit Ball zu nennen. Unser Verkehr nach außen hin war im verflossenen Semester sehr bewegt. Verschiedentlich kam es zu Zusammenstößen mit hiesigen Couleurstudenten, fast durchweg antisemitischer Natur. 1. VHI. 11. Frd. Loebenstein X Bonn. Der V.J St Bonn kann auch diesmal wieder auf ein recht befriedigendes Semester zurückblicken. Zwar standen unsere Keilerk^ge denen des vorigen Sommersemesters etwas nach, so daß nur vier erste Semester sich bei uns aktiv meldeten, von denen einer uns nach kurzer Zeit wieder verlassen mußte. Jedoch schien uns schon zu Anfang des Semesters die recht stattliche Zahl älterer Bundesbrüder die Garantie für ein erfolgreiches Semester zu bieten, eine Hoffnung, welche sich durchaus erfüllt hat. Freilich war die Gelegenheit zu erfolgreicher jüdischer Tätigkeit nach außen zu gering, als daß wir auf diesem uns im allgemeinen äußerst wichtigen Gebiete viel hätten leisten können. Der Jüdische Jugendbund, dessen Vorstand wir stets angehören, stellte schon zu Anfang des Semesters seine Tätigkeit ein. Auch war der Sommer für andere jüdische Veranstaltungen nicht günstig. Immerhin suchten wir den uns näherstehendeu Teil der jüdischen Bürgerschaft durch öffentliche jüdische Akademikerabende, an welchen Vorträge jüdischen Inhalts aus unseren Reihen gehalten wurden, für unsere Tendenz und Bestrebungen mit Erfolg zu interessieren. Erfreulicher und lebendiger war unser innerer Vereinsbetrieb. Ich muß erwähnen, daß auf die Belebung unserer Arbeit in der Corporation die beständige etwas gehobene Stimmung, welche ein Ausfluß jener fröhlich-studentischen Stimmung der rheinischen Universität Bonn ist, und die rege Pflege rein geselliger Veranstaltungen von bester Wirkung war. Unsere Kneipen, zu deren Verschönerung unser in diesem Semester neubezogenes Heim, eine hübsche geräumige Etage mit allem erforderlichen Komfort, wesentlich beitrug, unsere gemeinsamen Ausflüge, Motorbootfahrten auf dem Rheine, der Besuch unseres benachbarten K. V. Marburg usw. werden wohl allen Bonner Bundes-

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