Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 5-6 (20.9.1911)
- Date
- 1911-09-20
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student 179 brüdern unvergeßlich sein. Auch in unserer körperlichen Ausbildung suchten wir, gemäß der alten Tradition jeder B. J. C- Corporation, unser Möglichstes zu leisten, durch tägliches Fechten, gemeinsames Turnen, Schwimmen, und sogar — der Kuriosität halber sei es erwähnt — regelmäßiges Luft- und Sonnenbad. Es ist erklärlich, daß auf der Grundlage des durch alle diese Veranstaltungen gewonnenen korporativen Zusammenhaltens unter den Bundesbrüdern wir mit umso größerem Eifer in jüdischem Sinne arbeiten konnten. Für die jüngeren Bundesbrüder gab hierzu der Fuxenunterricht, der in den Händen unserer beiden, des wissenschaftlichen und des Comment-Fuxmajors ruhte, die richtige Grundlage. Regelmäßige Zeitungsreferate und Vorträge mit anschließenden Diskussionen gaben uns weiterhin einen guten Untergrund für das Bestehen und die Stärke jener jüdischen Stimmung, ohne die ein V. J. St. nicht gedacht werden kann, und die erst all unserem Denken und Tun, in der Corporation wie im persönlichen Verkehr, den richtigen idealen Sinn verleihen kann. Einen schönen Abschluß des Semesters bildete unser Stiftungsfest, welches wir am 22. und 23. Juli feierten. Wir hatten die Freude, eine Anzahl unserer rheinischen A. H. A. H. in unserer Mitte zu sehen, deren in reichem Maße gezollte Anerkennung uns ein Beweis des Gelingens unseres Festes war. Von den Veranstaltungen möchte ich nur erwähnen eine Wagenfahrt nach Godesberg, unsere Festkneipe im eigenen Heim und eine Nachmittagsfahrt im eigenen, gelb-blau-weiß bewimpelten Motorboote mit der anschließenden, wunderbar stimmungsvollen Bowle im Freien am Ufer des Rheins. 24, VII. 11. Paul Tiefenthal \ KORRESPONDENZEN Einbanddecken für den „J. St." Jahrgang 1910-11 sind zum Preise von 0,80 M. durch das Büro zu beziehen. Bundesbrüder (Philologen oder Theologen höheren Semesters), die in einer ostdeutschen Stadt einen Posten als Erzieher übernehmen würden, wollen sich um nähere Auskunft an das Büro des B. J. C. wenden.