Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 5-6 (20.9.1911)
- Date
- 1911-09-20
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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154 Der jüdische Student gestritten wird, in die vorderste Reihe zu drängen, dort wo die ersten Schläge ausgeteilt werden, von niemandem gerufen und von keinem bedankt, wenn das Spiel zu Ende, der mag sich als vorlauter Rufer im Streit in die Reihen der Duellgegner stellen, um schließlich doch nur dem Gerede von der Feigheit der Juden neue Nahrung zu geben. Wir kämpfen als V. J. St.-er einen Kampf lediglich um jüdische Ziele, in welchem alles, was mit diesen Zielen nichts zu tun hat, für uns nebensächlich ist, jedenfalls für unser Handeln in wichtigen Punkten nicht ausschlaggebend sein darf; darum haben wir keine Veranlassung, theoretischen Erwägungen zu Liebe, die vollkommen außerhalb unserer Aufgaben liegen, auf dieses Kampfmittel zu verzichten, das so ausgezeichnet geeignet ist, uns eine starke Position zu geben, und für die so notwendige Erziehung unseres jungen Nachwuchses zur Disziplin wie kaum ein zweites wertvoll ist. Würden wir doch im andern Falle nur unsern Gegnern die willkommene Gelegenheit geben, wenn sie eine Lücke an den wesentlichen Punkten unserer Position nicht finden, mit der Perfidie, die so alt ist wie der Antisemitismus selbst, ihre Angriffe auf eine Nebensächlickeit richten zu können, und diesen Angriffen noch selbst den Schein der Berechtigung geben. Wenn daher wohlmeinende Stammesgenossen, gewiß in dem guten Glauben, uns dadurch zu ihrer eignen höheren Geistigkeit heraufzuheben, uns papierene Theorien von der Verwerflichkeit des Zweikampfes ans Herz legen, so können wir im Hinblick auf die Logik unserer gar nicht papierenen Not leider vor der Hand keinen Gebrauch davon machen, sondern wir stellen uns breitbeinig vor unser Judentum und tun das, was gesunde, normale Menschen zu allen Zeiten getan haben, wenn man sie zu treten versuchte, und tun werden, solange es Menschen geben wird: wir hauen um uns. Das ist nicht besondere arische oder jüdische, allerdings noch viel weniger etwa unjüdische Art, wie uns vielleicht dieser oder jener besonders friedlich gerichtete Jude glauben machen möchte, sondern nur das Verhalten, das aus dem einfachen, natürlichen Empfinden eines frischen, ganzen Kerls sich von selbst ergibt. Vom Leibe halten müssen wir uns die Leute, und da werden wir uns nicht erst damit aufhalten mit geistigem Rüst-