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Der jüdische Student · 1911-09-20 · Heft 5-6 (20.9.1911) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 5-6 (20.9.1911)
Date
1911-09-20
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Der jüdische Student 151 greifen wird, der sich einmal entschlossen hat, ganz Jude zu sein. Denn er wird am Ende verstehen, daß die schöpferischen Grundkräfte seines Lebens jüdische sind. Und er wird die Worte Martin Buber's verstehen lernen: „Wer sein Judentum in sein Leben aufnimmt, um es zu leben, der erweitert sein eigenes Martyrium um das Martyrium von hundert Volksgenerationen, er knüpft die Geschichte seines Leibes an die Geschichte zahlloser Leichen, die einst geduldet hatten. Er erweitert seinen Kampf und sein mystisches Hoffen. Er wird der Sohn der Jahrtausende und deren Herr. Er erhöht Ton, Sinn und Wert seines Dasein. Er schafft sich neue Möglichkeiten und Formen des Lebens. Zauberquellen eröffnen sich seinem Schaffen und die Elemente der Zukunft sind in seine Hand gegeben." Dringender als der Kampf gegen den Antisemitismus ist in unseren Tagen die Sorge um den Bestand des Judentums. Besser noch als ein guter und rechter Haß gegen seine Feinde ist die echte Liebe zu sich selber. Zur Satisfaktionsfrage Von Dr. Walter Stein (Königsberg A. H. h. c.) Ich kannte als Student einen jüdischen Commilitonen, der steif und fest behauptete, daß es keinen Antisemitismus gäbe. Der Mann, der keineswegs schwachsinnig im landläufigen Sinne war — jedenfalls war er mit Glanz vom Mündlichen dispensiert worden —, schöpfte diese gute Meinung von seiner nichtjüdischen Mitmenschheit wohl aus der Tatsache, daß etliche Corpsstudenten, die mit ihm auf der Penne gesessen hatten, ihn zwar niemals auf ihre Kneipe einluden und noch viel weniger für ihre Corporation keilten, ihn aber dafür um so freundschaftlicher anpumpten. Diese sonderbaren Käuze, die einem früher wohl hier und da über den Weg liefen und die in ihrer Harmlosigkeit zuweilen etwas Rührendes hatten, sind ja heute wohl so ziemlich ausgestorben. Daß der Antisemitismus da ist, weiß ja nun, Gott sei Dank, ein jeder. Abwehr des Antisemitismus ist heute zum vielgebrauchten Schlagwort geworden, ihn irgendwie zu bekämpfen, modern, und da können wir denn heute

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