Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 4 (20.7.1911)
- Date
- 1911-07-20
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Der jüdische Student und uns, wenn es ihm gelungen sei, von unserer Aufnahme zu benachrichtigen. In den drei Wochen, über die hier zu berichten mir diesmal nur vergönnt ist, ist jedoch diese Nachricht noch nicht eingetroffen.— Kurz nach den Pfingstferien verlegten -wir unser Vereinsleben auf vier Tage nach Marburg, um durch unsere Anwesenheit das korporative sowie gesellschaftliche Ansehen unseres Nachbarvereins zu stützen. Wir verlebten wirklich schöne Stunden dort. Aber wenn ich mir im Namen des V. J. St. Bonn ein Urteil über den K. V. Marburg erlauben darf, so ist es dies (worüber bei uns vollkommene Einstimmigkeit herrscht), daß man nichts Besseres tun kann, als das Entstehen Heidelbergs gleichzeitig sein Ende sein zu lassen. Niemand, auch die Besten nicht, kann ihn mehr zu einem wertvollen Verein gestalten. Daß im Sinne des § 5 unseres Programms in Bonn noch viel zu tun ist, zeigte die Interesselosigkeit, welche die Bürgerschaft einem von uns veranstalteten öffentlichen Vortragsabend €ntgegenbrachte, auf welchem Bbr. O i d i o n über „Die soziologischen Grundlagen des jüdischen Nationalgedankens'*' sprechen sollte. Der Vortrag stieg also intern. Uebrigens hoffen wir, daß sich dies im Winter wieder bessern wird, besonders im Anschluß an den Kongreß, allerdings nur, wenn uns quantitativ und qualitativ vom Kartell die nötigen Kräfte zur Verfügung gestellt werden; denn andernfalls werden wir gar zu schwach sein! A. H. Martin Rosenblüth - Cöln hielt uns einen sehr interessanten Vortrag über die Aufgaben des X. Kongresses. Vom 22.—24. Juli soll unser Stiftungsfest stattfinden, womit wir womöglich eine Tagung des rheinisch-westfälischen Bezirksverbandes verbinden möchten, um auf diese Weise beiden Teilen €twas zu bieten. Ich appelliere schon an dieser Stelle an unsere A. H. A. H. aus Rheinland-Westfalen, uns durch ihr Erscheinen zur Verwirklichung der Idee zu verhelfen. Es sind große Dinge geplant! Personalia: Bbr. Platz bestand das Referendarexamen mit gut, Lyon und K 1 a u b e r das Physikum mit sehr gut und gut. 4. VII. 11. Paul TiefenthalX * * Bezirksverband Berlin. Am Dienstag, dem 4. Juli, sprach Bbr. Kurt Blumenfeld über die „Aufgaben des X. Kongresses". Er ging ausführlich auf die Frage der Neubesetzung und Neuorganisation der Leitung ein. Als die aussichtsreichsten Kandidaten für das Präsidium, das voraussichtlich aus fünf Mitgliedern bestehen wird, bezeichnete er Wolffsohn, Warburg,