Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 4 (20.7.1911)
- Date
- 1911-07-20
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3537599-3537691-3537696--1988-3540103- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der jüdische Student 137 unsere Hauptaufgabe in der Erziehung unserer selbst erblicken^ Allerdings liegt ja dieser Fall besonders schwierig bei Marburg, wo die V. J. St.-er von dem jüdischen Leben durchaus keine Anregung erhalten können, wo sie vielmehr das ganze jüdische Leben ausmachen. Diesem Uebelstand kann aber . abgeholfen werden, wenn sich das hohe Präsidium entschließt, dem V. J. St. Marburg künftig einige tüchtige Inaktive sowie eine kleine Anzahb brauchbarer Burschen zu überweisen; auf diese Weise kann dann durch Anregung unter den Bundesbrüdern selbst ein ebenso schönes und erfolgreiches Vereinsleben entstehen wie auch in anderen Kartellvereinen, wo die Verhältnisse ähnlich liegen. Zu ähnlichen Anschauungen gelangte auch ein Konvent,, den . wir betr. der Auflösung des V. J. St. Marburg einberufen hatten; selbstverständlich nur für den Fall, daß man fest gewillt ist, den V. J. St. Marburg weiterbestehen zu lassen. Von äußeren Veranstaltungen erwähne ich einen schönen, gelungenen Kommers mit Ball, den wir am 18. Juni in den Stadtsälen veranstalteten und der dank der Mithilfe aller, auch der als Gäste erschienenen Bundesbrüder, durchaus befriedigend verlief. In den letzten Tagen des Juni weilte A. H. Referendar Felix Rosenblüth (Maccabaea) hier, dem wir ebenfalls von hier aus für seine tatkräftige Hilfe danken. Personalia: Ein E. R., den Zamory in Sachen einer antisemitischen; Contrahage mit sechs Burschenschaftern gegen sich berufen hatte, erkannte sein Verhalten als durchaus korrekt und ehrenhaft. Ueber die Affaire selbst vergl. den besonderen Artikel. 5. VII. 11. Frd. LoebensteinX Nachtrag: In letzter Stunde scheint es bei uns wieder eine Partie zu geben. Bbr. Manko hat einen hiesigen Turnerschafter geohrfeigt; jedoch wird der Herr wohl nach berühmtem Muster auf Satisfaktion verzichten. — Bbr. Jacob Jacobson (Ma) aus Onesen weilt seit Pfingsten studienhalber in Gießen. Er besucht uns öfter und beteiligt sich rege an unserem Vereinsleben. * * & Bonn. Der Allgemeine Studentenausschuß hat sich nun in Bonn wirklich gebildet. Nach seiner Gründung beantragten wir beim Rektor auch unsere Aufnahme. Obgleich dieser nun wegen eines etwas energischen Briefes von unserer Seite im vorigen Semester nicht besonders auf uns zu sprechen ist, versprach er doch, seinen persönlichen Einfluß geltend zu machen.