Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 4 (20.7.1911)
- Date
- 1911-07-20
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
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Der jüdische Student 139 H a n t k e, Jacobson und Sokolow; das Zentralbureau wird, entsprechend den verschiedenen Zweigen der zionistischen Tätigkeit, wahrscheinlich in drei Abteilungen: für Politik und Presse, für Palästina-Arbeit und für Agitation und Propaganda gegliedert werden, von deren jede einem besoldeten Sekretär zu unterstellen wäre. Im übrigen sei aus dem Inhalt des Vortrags hervorgehoben, daß die Bemühungen um die Schaffung einer zionistischen Hypothekenbank für Palästina demnächst zu einem günstigen Ende führen dürften. — An den Vortrag schloß sich eine Debatte, die sich insbesondere auch mit der Frage befaßte, wie der Bezirksverband bei den Berliner Kongreßwahlen auftreten solle. * * Ruder-Abteilung. Ein kleines Häuflein zog im Februar vom alten, lieben Barackenbootshaus Grünau nach der neuen massiven Bootshalle unserer R.-A. in Niederschöneweide. Skeptisch sahen diese sieben Bundesbrüder dem Sommerbetrieb entgegen; nichtsdestoweniger wandten sie für sich durch regen Betrieb im „Kasten" noch während des Winters alles auf, um frisch und geübt nachher auf das freie Wasser zu kommen. Da trübt sich noch einmal ihre Hoffnung: der Leiter der R.-A. scheidet aus dem B. J. C. aus, und die R.-A. scheint verwaist. Die erfahrenen Senioren sind im Examen; was von der Mannschaft übrig bleibt, ist guter Rudertechnik und des Betriebs überhaupt unkundig. Aber mit allen Kräften arbeitet die interimistische Leitung, die Bbr. Rolf Jacobi eingesetzt hatte — und von allen Senioren tüchtig gefördert, wächst die Aktivitas auf die nie gekannte Stärke von 24 Mann, Dabei ein Bootsmaterial mit zusammen acht verfügbaren Plätzen! Ein neuer Vierer wird bestellt, aber nicht geliefert! So bieibt uns nichts anderes, als die Ruderabteilung des J. J. B. — mit der wir wieder zusammen wohnen — anzupumpen; sie stellt uns ihren ältesten Vierer zur Verfügung. Die Ausbildung der zahlreichen Junioren wird beschleunigt, und als Lohn und Erfolg zahlreicher, kurzer Uebungsfahrten winkt die Pfingsttour. Die Senioren fahren mit einem Vierer in das Gebiet des großen Wannsees; die Junioren, nach Rückkunft dieses Boots, mit dem gleichen und dem geliehenen über die Müggel in das unvergleichlich schöne Gebiet hinter Erkner, das sich als Löcknitz bis Alt-Buchhorst hinstreckt. Eine kurze Strecke für zweieinhalbTage; es sind kaum 70Kilometer. Wieimmer auf mehrtägigen Touren, wurde trotz Mücken und Kälte in Zelten übernachtet, und Mahlzeiten werden selbst abgekocht. In dauernder Erinnerung wird allen Teilnehmern die Schlemmerei während dieser Tage bleiben; zu schildern ist sie nicht, aber festgehalten wird sie durch eine charakteristische Momentauf-