Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 4 (20.7.1911)
- Date
- 1911-07-20
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student 115 Keilarbeit Eine Konventsrede von Fritz Glaser (V. J. St. Maccabaea, Breslau) Wer aurrerksam in den letzten Semestern verfolgt hat, wieviel Keilerfolge die einzelnen V. J. St.-en aufzuweisen hatten und wie viel Austrittsgesuche bewilligt wurden, muß heute mit Bedauern feststellen, daß der B. J.C. bei der Zahl seiner Mitglieder, die er bereits vor Semestern hatte, stehen geblieben ist und somit nicht nur nicht vorwärtsgekommen ist, sondern relativ sogar einen Rückschritt gemacht hat. Es wäre töricht und verfehlt, diese Tatsache zu verschleiern und bewußt zu negieren. Es tut vielmehr not, uns einmal klar vor Augen zu halten, ob wir noch lange auf diese erbärmliche Weise fortwursteln können und sollen. Da hilft uns alles Festefeiern nichts, da nutzt es uns nichts, wenn wir noch so oft der jüdischen Öffentlichkeit gegenüber betonen, daß wir ein Machtfaktor im jüdischen Leben Deutschlands sind, wenn wir nicht auch beweisen, daß wir uns einen starken Nachwuchs zu schaffen vermögen. Nicht eher werden wir einen Umschwung in der Lsge vieler B. J. C.-Vereine, die unter dem Mangel an Überweisungen zur Untätigkeit verdammt sind, herbeiführen, nicht eher eine konstante, gesicherte Entwicklung in den ein» zelnen V. J. St.-en bewirken, nicht eher die genügende Zahl von Chargierten den Vereinen stellen können, als bis es uns gelingt, große Keilerfolge zu erzielen. Dann wird es uns möglich sein, aus dem Überfluß des einen Vereins dem andern weniger gut gestellten abzugeben, dann wird die Aussicht für jeden Verein, sich einen festen Stamm von Bundesbrüdern zu schaffen, größer sein (der Mangel an Tradition ist es ja, der viele V.J. St.-en so schwer schädigt und ihre Entwicklung hemmt, wenn nicht ^ar unmöglich macht), dann werden wir wieder Chargierte haben und dem fortwährenden Schreien nach Chargierten abhelfen können. Es ist traurig, daß trotz so vieler Aufrufe und Mahnungen die Keilarbeit von den Bundesbrüdern viel zu lässig betrieben wird: Es zeugt von einem bedenklichen Mangel an Verantwortlichkeitsgefühl der Korporation und sich selbst gegenüber, von wenig tiefgehendem Gefühl für unsere zionistischen Ideale, wenn die .Bundesbrüder nicht mit ihrer ganzen Kraft sich der Aufgabe