Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 4 (20.7.1911)
- Date
- 1911-07-20
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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114 Der jüdische Student Verhandlungen selbst, sondern auch vor allem die höchst interessanten Separatsitzungen der Landsmannschaft der Aufmerksamkeit empfohlen. Zum Schluß noch eins. Es gibt Leute, die, weil Herzl nicht mehr lebt, den Zionismus mit müder Resignation betrachten,, und man hört ab und zu das Wort, der VI. Kongreß sei der letzte gewesen. Die das sagen, sind sehr schlechte Zioniäten. Gewiß ist uns durch Herzls Tod Unersetzliches entrissen worden,, und wir wissen nicht, wo wir heute schon ständen, wenn er noch lebte. Aber es ist nun einmal so, wir sind auf uns selber angewiesen und müssen allein fortsetzen, was er begonnen hat. Und da meine ich, sollen wir endlich einmal mit der Totenklage aufhören und lieber daran denken, was er uns durch sein Leben gegeben hat. Wenn wir in den feierlichsten Stunden des Kongresses empfinden, welch tiefes Glück es ist, Zionist zu sein, dann wollen wir Herzl danken für die unendliche Fülle dessen, was zu tun er uns übrig ließ. Die Bundesbrüder, die nicht zum Kongreß fahren können, werden sich wenigstens aus der Kongreßausgabe der „Welt" sofort über die Verhandlungen orientieren. Diese Sonderausgabe erscheint vom 9. bis 15. August täglich und enthält die offiziellen Berichte und die stenographischen Protokolle aller wesentlichen Verhandlungen. Der Preis beträgt für Deutschland 1,70 Mark (franco). Dem V. J. St. Maccabaea ist von seinen Alten Herren ein Fonds zur Verfügung gestellt worden, aus dem aktiven B.J.C.-ern, ^die zum Kongreß fahren wollen, nötigenfalls Zuschüsse von 10—25 Mark gewährt werden sollen. Der Antrag auf Gewährung eines Zuschusses bedarf keiner Begründung; er ist zu richten an den Ersten Chargierten der Maccabaea. Da die Mittel dieses Fonds naturgemäß nicht weit reichen, werden die Alten Herren anderer Karlellvereine hoffentlich diesem Beispiel folgen.