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Der jüdische Student · 1911-06-20 · Heft 3 (20.6.1911) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 3 (20.6.1911)
Date
1911-06-20
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Der jüdische Student 91 Zwei Möglichkeiten existieren: organisierte und Einzelpropaganda. Mittel der organisierten Propaganda sind die Schülervereinigungen. Von ihnen, die sehr wichtig sind, soll an dieser Stelle nicht die Rede sein. Sie kommen übrigens nur für die Arbeit in den größeren jüdischen Zentren in Betracht. Überall dagegen ist die Möglichkeit zur Einzelpropaganda gegeben. In allen Orten fast, in denen V. J. Ster leben, wohnen jüdische Familien. In allen diesen Orten blüht „unserere Zukunft'', der jüdische „Pennäler". An ihm soll sich der Eifer des VJ.Sters, für die Sache unseres Volkes zu arbeiten, erproben; hier ist die Arbeit lohnend und — wie wir sehen werden — auch nicht allzu schwierig. Wer einmal begriffen hat, daß alles darauf ankommt, auf Generationen hinaus das Judentum der Diaspora aufrecht zu erhalten, und nicht dem falschen Schlüsse gauben mag: unsere Sache existiert, also wird sie weiter existieren, — der darf nicht achtlos an der Entwicklung der Schuljugend vorübergehen und der Studentenzeit und dem V. J. St. alles weitere überlassen. Es genügt auch nicht, dem Präsidium die Namen und Adressen jüdischer Abiturienten mitzuteilen. Ein flüchtiger Kneipeneindruck, ein lächerlicher Zufall, — und ein tüchtiger Junge, der uns ein wertvoller Mitarbeiter hätte werden können, schmückt sich mit Band und Mütze und begeistert sich an den Trivialitäten, welche die Weltanschauung des K C. heißen. Die berufenen Träger der Propaganda unter den Schülern sind die V.J. Ster. Und ich zweifle nicht daran, daß sich jeder V. J. Ster ihr gern widmen würde, wenn er über das Wie und Was im Klaren wäre. Es fehlt ein konkretes Ziel, ein Mittelpunkt und ein Anhaltspunkt der allgemeinen Werbetätigkeit. Nicht jeder ist klar genug, ist Persönlichkeit genug, um durch sich selbst, durch den Schwung und die Kraft seiner nationalen Anschauungen den anderen überzeugen zu können. Darum scheut er instinktiv eine Diskussion über Dinge, die er zu verkleinern fühlt, indem er über sie spricht. Er ist werbeunfähig trotz der Ehrlichkeit und Reinheit seiner innersten Überzeugungen. Das konkrete Ziel, der Mittelpunkt und Anhaltspunktder allgemeinen We r b e t ä t igkeit, zugleich das Mindestmaß des zu Erreichenden könnte aber — die Versorgung der

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