Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 2 (20.5.1911)
- Date
- 1911-05-20
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 75 her. 3 bleiben wild (2 davon nicht gekeilt), 4 wurden V. J. Ster., 5 oder 6 K. Cer., einer neigt noch zum K. C. — und von diesen letzteren hatten wir 3 in längerer Bearbeitung! Das ist das Traurige: Wir arbeiten gut, fesseln die Jungen einige Tage ganz an uns — und dann gleiten sie uns glatt durch die Finger willenlos in den K C. hinein. Aus Westfalen kommen diese Jungens meist. Und Gewohnheit und guter Ton ist ihnen mehr als jegliche Überzeugung, jegliche Idee ... Sie sind eben glatt verloren. Vielleicht sonderbar, daß ich über etwas so Bekanntes mich noch äußere; aber begründet: Alle Prämissen waren uns hier in Bonn gegeben, ganz stark zu werden und mächtig in die Höhe zu kommen. Und nur die eine, innere fehlt. Eine Angelegenheit die auch zum Thema Keilarbeit gehört, möchte ich nicht unerwähnt lassen: der K.C. rezipierte einen Fuxen (3. Semester), der im vorigen Semester in Berlin V.J.Ster. war, nachdem der Berliner K.V. trotz unserer gegenteiligen Bitte ihm sein Austritts gesuch glatt bewilligt hatte. Man weiß wohl in Berlin immer noch nicht, welcher Krebsschaden für den B. J. C. diese aus dem einen ins andere Kartell überspringenden Leute sind? Man hat wohl keinerlei Schlüsse daraus gezogen, daß uns durch einen ähnlichen Fall, in dem ein früherer Marburger Bbr. Likare wurde, einige unserer wertvollsten rheinischen Füxe verloren gingen? Und außerdem hält man es für unnötg, uns von den Beschlüssen inbetreff dieser Leute, die uns hier täglich vor der Nase herumspazieren, in Kenntnis zu setzen, so daß wir nicht wissen, ob wir einen Bundesbruder oder Fremden, einen Freund oder Feind vor uns haben! Was kann denn alle Arbeit nutzen, bei dieser gradezu unglaublichen Indolenz und Rücksichtslosigkeit eines Vereins gegen den anderen, ganz abgesehen von dem tatsächlichen Fehler! Über unser eigentliches Vereinsleben läßt sich noch nicht viel berichten, da alles seinen programmmäßigen Verlauf nimmt; hervorheben möchte ich, daß wir besonderen Wert legen auf physisch regenerative Betätigung, d. h. außer Fechten offiziell Schwimmen (2 mal), Luft- und Sonnenbad und tüchtig wandern. Es klingt vielleicht komisch, ist aber gesund. Ferner stehen uns als Extraordinarium 5 Examensbowlen in Aussicht. Unsere Antrittskneipe fand am 6. Mai in unserer neuen Kneipe statt und verlief sehr schön. Den Marburger Bbr. Bbr. an dieser Stelle nochmals Dank für ihr Erscheinen und die Überlassung des Wichses. Auch den K.V. K.V., die uns gratulierten, sei unser bester Dank ausgesprochen. — Zum Schluß noch folgendes: Verschiedene Bbr« Bbr., zum Teil A. H. a. H., haben „Stiftungen" für unseren Wichsfonds gemacht. Ich mache darauf aufmerr sam, daß