Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 2 (20.5.1911)
- Date
- 1911-05-20
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3537599-3537691-3537694--1925-3540038- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
74 Der jüdische Student. genötigt, auf eine Mitwirkung unsererseits, nicht nur bei der bevorstehenden Bunsen-Feier, sondern überhaupt bei allen akademischen Festveranstaltungen zu verzichten. Mit geziemender Hochachtung Der Verein der jüd. Studenten I.A.: Fritz Loebenstein X. Personalia: Ein E. R. sprach Bachrach, wegen dessen ein Wiederaufnahmeverfahren eingeleitet war, frei. Unser A.H Referendar Dalberg (Cassel) hat sich mit Fräulein Nußbaum aus Hersfeld vermählt. Marburg, 9. V. 11. Fritz Loebenstein X. ■ HB ■ Bonn. Merkwürdig ist unser Bonner Verein in diesem Semester zusammengesetzt: 5 Leute mitten im Examen drin, 4 fünfsemestrige Juristen und nur 3 A.B. A.B., die weder der Physikumsfrost schüttelt, noch die Angst vor ar deren Examen in den Gliedern liegt. Aber da wir Prinzipien haben, so sind die 5-semestrigen (mit einer Ausnahme) nicht inaktiviert worden, einer von ihnen bekleidet gar eine Charge. Denn grade sie sind und werden hier in Bonn stets den Grundstock der Sommersemester bilden, wenn sie nach 4-semestrigem vergnügten Leben im Kartell hierher kommen, um ihr Studentendasein zu beschließen — eins ihrer Semester muß eben doch auch ihrem Heimatsverein zu gute kommen. Es läßt sich gut hier leben dieses Semester. Wir haben eine prachtvolle neue Kneipe bezogen, eine geräumige 3 Zimmerwohnung, Kneipsaal (für alle die, welche es kennen: fast doppelt so groß wie das Berliner Kneipzimmer), Konvent- resp. Kiubzimmer und Fechtsaal, alles groß, hell, geräumig und geschmackvoll eingerichtet, leider noch nicht mit eigenen Möbeln! Unser „Haus" mußten wir wegen Verweigerung der Kneipkonzession drangeben. Aber wir haben einen guten Tausch gemacht. Auswärtige Bbr. Bbr., die uns besuchten, waren erstaunt über die Leistungsfähigkeit ihres jüngsten K. V. Einen Schatten über das sonst so freundliche Bild des Bonner Vereins haben uns unsere Erfahrungen bei der Keilarbeit gebreitet. Unsere Erfolge sind trotz angestrengter Tätigkeit keine guten gewesen, sicherlich nicht so gute, wie wir sie bestimmt erwartet hatten. Wir hatten ausgesprochenes Pech. 4 aussichtsreiche Keiifüxe (ich schreibe über das Thema etwas ausführlicher, weil ich Keilstatistiken für instruktiv halte), die uns annonciert waren, besannen sich im letzten Augenblick anders, und zerstreuten sich in andere Universitätsstädte. 14 erstsemestrige Füxe kamen