Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 2 (20.5.1911)
- Date
- 1911-05-20
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 73 In den A. C. wurden aufgenommen: stud. med. Siegfried Nußbaum aus Schlüchtern (Hessen - Nassau), stud. med. Walter Cohn aus Wismar (Mecklenburg), stud. med. Julius Weinberg aus Hersfeld (Hessen-Nassau). Die Chargen konnten wir nur mit 2 Mann besetzen. Es wurden gewählt: Fritz Loebenstein, cand. med., X und F. M. Rüben Manko, cand. jur., XX und F. W. Kassenwart und Bibliothekswart wurde cand. med. Erich Rosenberg. Die übrigen Acmter verteilen sich unter die Füxe. In den wissenschaftl. Fuxenunterricht teilen sich I. A. B. Zamory und Loebenstein, doch so, daß Zamory den Hauptteil gibt. Sonst beteiligen wir uns an den Veranstaltungen der zionist. Ortsgruppe und des neugegrürdeten Jugendbundes, in denen beiden Bundesbrüder Vorsitzende sind. In körperlicher Erziehung leisten wir das Möglichste. Wöchentlich fünfmal fechten wir, die Burschen auf der Kneipe, die Füxe in der Universitäts-Fechthalle. 2 Stunden Turnen ist für alle Aktiven offiziell, dazu erhöhen noch Rudern und Tennisspiel die Freudigkeit, mit der besondeis unsere Füxe an die Erfüllung dieser wichtigen Arbeit herangehen. Von unseren bisherigen größeren Veranstaltungen erwähne ich die wohlgelungene Maifeier auf dem wunderschönen Spiegelslust, die in uns allen die Anhänglichkeit an Marburg steigerte. Nächsten Samstag findet unsere Antrittskneipe statt, zu der wir von Bonn eine große Anzahl Bbr. Bbr. erwarten, die sich dann für unseren Besuch revanchieren. Ueber unser Auftreten nach außen hin haben wir einen wichtigen Beschluß, amäßlich einer Unterredung mit dem Rektor, gefaßt. In den letzten Semestern beteiligten wir uns an den akademischen Festlichkeiten. Da wir nun bekanntlich nicht im Ausschuß sind, so gab es zwischen uns und diesem immer Streitigkeiten, die der Rektor vergeblich be zulegen suchte. Als uns dann der Rektor den Vorschlag machte, immer am Ende der Zugordnung zu marschieren, sandten wir ihm folgendes Schreiben : Ew. Magnifizenz gestattet sich Unterfertigter folgendes geziemend mitzuteilen: Da der studentische Ausschuß uns gegenüber in seiner ablehnenden Stellung verharrt, wobei die deutsch-nationale, d. h. antisemitische Tendenz allzu durchsichtig ist, und wir trotz der Geneigtheit der akademischen Behörden nicht das nötige Entgegenkommen finden können, sehen wir uns