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Der jüdische Student · 1911-04-20 · Heft 1 (20.4.1911) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 1 (20.4.1911)
Date
1911-04-20
Page
[Seite] (sequence 40)
Language
German
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40 Der jüdische Student. wichtigsten Städte und suchte die anwesenden Keilfüxe auf. Dabei wurde es wieder so recht augenscheinlich, wie stark der K C. hier im Westen fundiert ist. Unsere Erfolge in der Provinz lassen deshalb auch im Gegensätze zu Cöln selbst zu wünschen übrig. Ein Duisburger Keilfux, der uns z. B. schon ziemlich sicher war, ist uns nachträglich wieder vom K. C. abspenstig gemacht worden. Dortmund, Essen, Wesel, Krefeld sind Städte, in denen wir vergeblich festen Fuß zu fassen suchen. Etwas besser ist es vielleicht mit der südlichen Rheinprovinz (Coblenz, Trier) obgleich auch hier einstweilen evidente Erfolge, teils durch Mangel an Keilfüxen, noch nicht zu erzielen waren. Mit dem rheinisch-westfälischen B. V. haben wir möglichst zusammen zu arbeiten versucht, aber wenn wir auch anerkennen müssen, daß er uns in manchen Dingen (z. B. pekuniärer Natur) in dankenswerter Weise unterstützt, so entwickelt er doch noch nicht eine so energische und umfassende Tätigkeit, als daß er keine von den von ihm auszubeutenden Möglichkeiten außer acht ließe. Andererseits darf allerdings nicht verkannt werden, daß auch er mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Unsere Pflicht haben wir Cölner jedenfalls getan. Möge der Erfolg uns lohnen! Tiefenthal. Bezirksverband Posen. Zum ersten Male sind wir in Posen an die Oeffentlichkeit getreten und haben zu unserm Kommerse die jüdischen Vereine und bekannte jüdische Persönlichkeiten eingeladen. Und dieser Versuch hat uns gelehrt, daß es für uns V. |. St'er keinen Wert hat, mit liberalen Vereinigungen in Verbindung zu treten, weil diese uns zu genau kennen, um uns mit einer Visite zu beehren. Nun, wir waren auch gar nicht auf die Gesellschaft dieser Herren so erpicht, uns lag nur daran, durch sie auch in den „aristokratischen" Kreisen Posens Propaganda zu machen. Zu dem Kommerse waren die Rabbiner Bloch (liberal) und Blum (orthodox) anwesend, Loge, Jüdischer Turnverein, Ortsgruppe, Orthodoxe Vereinigung, Schülerverbindung jvria vertreten. Mit der Einladung der Liberalen hatten wir uns nicht nur insofern in die Nesseln gesetzt, als wir uns von den meisten einen Korb holten, sondern einer der wenigen, die erschienen waren, Herr Rabbiner Bloch, machte uns Schwierigkeiten. Auf die treffliche Tendenzrede von Bbr. Blumenfeld fühlte sich Herr Bloch wahrscheinlich zum Seelenheil der wenigen anwesenden Liberalen und der Keilfüxe verpflichtet, ein Korreferat zu halten. Seine Ausführungen zeigten recht deutlich, daß wir schon lange im Golus leben.

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