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Der jüdische Student · 1911-03-01 · Heft 12 (März 1911) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
7 (1910-1911)
Issue
Heft 12 (März 1911)
Date
1911-03-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
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Der jüdische Student. 339 Jüdische Erziehungsprobleme. Ein Vortrag. Von A.H. Dr. Emil Cohn-Kiel (V.J.St., Berlin). Ich bitte Sie, heute mit den bescheidensten Ansprüchen an meine Ausführungen heranzutreten. Sie wollen aufbauend auf einer psychologischen Analyse des modernen Juden nichts als eine Richtung angeben. Nur als ein Wegweiser wollen sie dastehen und verzichten darauf, als eine Generalstabskarte der jüdischen Erziehungsfrage angesehen zu werden. Von vornherein bin ich mir ja auch bewußt, daß im Grunde kein Reden vager ist als das Reden über Erziehung, keine Wissenschaft weniger exakt als die pädagogische. Sie kann ja nie allgemeingültig werden, da für den Pädagogen immer und nur seine pädagogische Begabung entscheidend ist. Seine Wissenschaft kann ihm nur Winke geben. Trotzdem soll heute von jüdischer Erziehung geredet werden. Nicht von dem, was man gemeinhin jüdische Erziehung nennt, nicht vom jüdischen Heim und nicht von der jüdischen Schule, nicht vom hebräischen Sprachunterricht und nicht von systematischer Religionslehre. Nicht, daß diese Fragen unwichtig wären. Im Gegenteil. Es ist immer eine dankbare Aufgabe, vom Judentum als Erzieher zu sprechen, unsere alte religiöse Kultur sozusagen auf das spezifische Gewicht ihres pädagogischen Gehaltes zu prüfen. Aber dieser Versuch ist schon öfter gemacht worden. Was aber noch nie beachtet, jedenfalls noch nie ausgesprochen wurde, ist die unbestreitbare Tatsache, daß ein großer Teil unserer Judenmisere seine letzten Gründe nicht darin hat, daß so viele Juden keine Juden mehr sind, sondern darin, daß so viele Juden, und nicht von den schlechtesten, keine Menschen sind, jedenfalls derjenigen menschlichen Eigenschaften entbehren, die eine Gemeinschaft wie die unsere haben muß, um sich in der Gegenwart zu behaupten, in der Zukunft sich durchsetzen zu können. Und davon will ich reden: Von unserem menschlichen Manko. Und will mich nur von vornherein gegen eins verwahren: Daß man mich nicht für einen Antisemiten halte. Denn mein Vortrag bedeutet Kritik, und die Kritik wird scharf sein, ebenso scharf, aber auch ebenso liebe-

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