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Der jüdische Student · 1911-03-01 · Heft 12 (März 1911) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
7 (1910-1911)
Issue
Heft 12 (März 1911)
Date
1911-03-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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338 Der jüdische Student. Großes wollen und ein Ganzes leisten kann nur ein Mensch, der von dem einen Wunsche erfüllt ist, seine Art und seine Anlage in künftigen Generationen in erhöhterem Maße wiederzufinden, der so durchaus erfüllt ist von einem großen Freiheitsideal, daß er jedes Opfer bringt, um jede Schranke zu beseitigen, die ihn daran hindert, alle von Natur in ihm liegenden Kräfte zur vollen Entwicklung zu bringen. Für uns Juden gilt es eine neue Freiheit zu erkämpfen, damit wir leben können, leben als Juden, die Garantien dafür haben, daß die Bedingungen für eine weitere unendliche Entwicklung ihres Volkes vorhanden sind. In diesen Jahren, wo wir vor der Alternativfrage stehen, zugrunde zu gehen, oder mit Aufbietung aller Kräfte uns eine Zukunft aufzubauen in kommenden Geschlechtern, darf es nur den einen Maßstab für alle jüdische Arbeit geben: Bedeutet sie einen Schritt auf dem Wege zum Ziele unserer Sehnsucht oder ist das nicht der Fall? Unsere Verbindungen, die im B. J. C. zusammengeschlossenen Vereine Jüdischer Studenten, nehmen ihre Existenzberechtigung aus der Idee, daß sie von jedem ihrer Mitglieder verlangen, diesen Maßstab als den einzigen anzuerkennen. Auch die kleinen Siege wird immer nur der wirklich ausnutzen . können, der im Sturm vorwärtsschreitet, erfüllt von dem Bilde einer jüdischen Zukunft; er wird sich ihrer freuen, aber weil er weiß, daß es nur Anfänge sind, Aufmunterungen zu neuen Kämpfen, werden sie ihm nichts anhaben können. Die nämliche Unzufriedenheit, die nach Taten dürstet, befreit den einzelnen und das Volk aus moralischem und geistigem Verfall. Wir jungen Juden im B. J. C. wissen, daß jeder von uns nur dadurch wertvoll werden kann, daß er das „träge Sichbescheiden" aus seinem Herzen verbannt und so durchaus Jude ist, daß alle Entschließungen nur den einen Zweck haben, für die Zukunft seines Judentums zu arbeiten, und ein Opferbringen ohne Ende der stolzeste Inhalt seiner Persönlichkeit wird. Dieses ist der Weg, den der B. J. C. gehen will, und wir wollen, jeder einzelne durch sein Leben, zeigen, daß wiederum von der akademischen Jugend die Wiederbelebung eines Volkes ausgeht.

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